″Die Schäden dieser Katastrophe sind beispiellos″ | Aktuell Deutschland | DW

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Die ersten Worte des US-Präsidenten auf der Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin galten den Opfern der Flutkatastrophe in Deutschland. “Es ist eine Tragödie und unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben”, sagte Joe Biden nach seinem Gespräch mit Angela Merkel im Weißen Haus.

Die Kanzlerin blickte in ihrer Stellungnahme selbstverständlich ebenfalls zunächst in die Heimat. Das Ausmaß der Tragödie sei noch unüberschaubar, sagte Merkel, und das Leid der Betroffenen gehe ihr sehr nahe. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu “Todesfallen” geworden seien.

USA I Angela Merkel und Joe Biden in Washington

US-Präsident Biden kondoliert Kanzlerin Merkel angesichts der Hochwasserkatastrophe in Deutschland

“Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht”, versprach die CDU-Politikerin, die auch nicht vergaß, auf die Hochwasserlage in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden hinzuweisen.

Flaggen auf Halbmast

Im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz hängen an diesem Freitag die Flaggen vor öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD bezeichnete die Schäden der Katastrophe als “beispiellos”. Viele Menschen hätten alles verloren und leider steige auch die Zahl der Toten.

“Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde” sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, sagte Dreyer. Sie dankte dem angereisten Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz “für das starke Signal der Solidarität”. “Die Schäden in den Kommunen sind immens”, fügte die Ministerpräsidentin hinzu. “Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite.”

“Mehr Klimaschutz”

Die Sozialdemokraten setzen in der Hochwasser-Katastrophe auf konzentriertes Krisenmanagement und rasche Hilfe. “Jetzt gilt es, alle Anstrengungen zu bündeln, um Menschleben zu retten und noch größere Schäden zu verhindern”, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Co-Vorsitzende Saskia Esken sagte, die Häufung dieser “Jahrhundert-Wetterextreme” und ihre verheerenden Auswirkungen seien ein deutliches Anzeichen des Klimawandels, die ein entschlossenes Gegenwirken erforderten.

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Auch der Kanzlerkandidat der Unionsparteien CDU und CSU, Armin Laschet, fordert als Konsequenz aus der Katastrophe eine schnellere Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Die Häufung von Starkregen- und Hitzeepisoden sei “verbunden mit dem Klimawandel”, sagte der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. “Das bedeutet, dass wir bei den Maßnahmen zum Klimaschutz mehr Tempo brauchen – europäisch, bundesweit, weltweit.”

Eine Reise durch Süddeutschland hatte Laschet abgebrochen und auch seine Teilnahme an der CSU-Klausur im bayerischen Seeon abgesagt. “Jeder Ministerpräsident, der sein Amt ernst nimmt, ist in einem solchen Moment bei den Menschen vor Ort”, sagte er.

Grünen-Chef will nicht im Wege stehen

Grünen-Parteichef Robert Habeck will den Hochwasser-Gebieten vorerst fern bleiben, um die Rettungsarbeiten nicht zu belasten. “Jetzt ist die Stunde der Retter und nicht die Stunde von Politikern, die dort nur im Weg rumstehen, und so einer wäre ich.”

Grünen-Chef Robert Habeck

Grünen-Chef Robert Habeck

Es sei aber richtig, dass sich Ministerpräsidenten, zuständige Minister, Parlamentarier und Kommunalvertreter vor Ort ein Bild machten, um Unterstützung zu leisten, sagte Habeck. Er selber werde gerne kommen, wenn die Krise überstanden und darüber zu reden sei, welche Schlüsse “aus dieser Extremsituation” zu ziehen seien. Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat derweil ihren Urlaub abgebrochen.

Bei den Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 58 Menschen gestorben. Ganze Landstriche sind verwüstet.

rb/AL (AFP, dpa, KNA)




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