″Ich werde Deutschland bloßstellen″ | Aktuell Afrika | DW

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“Ich werde Deutschland bloßstellen”, kündigte der in Namibia umstrittene, aber einflussreiche Herero-Häuptling Vekuii Rukoro an. Wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bitte um Entschuldigung und Vergebung für den Genozid an den Herero und Nama aussprechen wolle, würden Oppositionspolitiker den Saal verlassen, sagte Rukoro der “Bild”-Zeitung. Dafür führe er bereits Gespräche.

Diese Politiker könnten aber auch Kritik an Steinmeier im Plenum äußern, so Rukoro. “Ich wäre nicht überrascht, wenn sie ihr Recht auf freie Rede ausüben.” Zudem kündigte er Massenproteste von Herero und Nama vor dem Parlamentsgebäude, dem sogenannten “Tintenpalast”, in der Hauptstadt Windhuk an. Einen konkreten Termin für den angedachten Staatsbesuch Steinmeiers gibt es noch nicht.

Namibia, Windhuk I Denkmal zur Erinnerung an den Völkermord von Herero und Nama

Von 1904 bis 1908 töteten deutsche Truppen unter Lothar von Trotha Zehntausende Herero und Nama

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich Namibia und die Bundesregierung Ende Mai auf ein Aussöhnungsabkommen geeinigt. Darin erkennt Deutschland die Gräueltaten vor über 100 Jahren im damaligen Deutsch-Südwestafrika offiziell als Völkermord an. Zudem will Deutschland als “Geste der Anerkennung des unermesslichen Leids, das den Opfern zugefügt wurde”, in den kommenden 30 Jahren rund 1,1 Milliarden Euro in Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekte in Namibia investieren.

Bessert Deutschland noch nach?

Dieser Betrag reiche nicht aus, sagte der namibische Vizepräsident Nangolo Mbumba am Freitag anlässlich der offiziellen Vorstellung des Abkommens. “Ich glaube nicht, dass irgendein Namibier denkt, dass das Geld genug ist, um all das zu kompensieren, was passiert ist.” Doch habe Deutschland zugestimmt, die Summe bei der Umsetzung des Abkommens “zu überdenken und neu zu verhandeln”, erklärte Mbumba.

wa/ml (kna, rtr, afp, dpa)

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