″Moment der Wahrheit″ auf Weltklimakonferenz in Glasgow | Aktuell Welt | DW

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Mit Blick auf die Delegierten aus fast 200 Staaten mahnte Alok Sharma, die vorliegenden Verhandlungstexte abzusegnen. Nun sei der „Moment der Wahrheit für unseren Planeten, für unsere Kinder und unsere Enkel“ gekommen, sagte Sharma in einer informellen Plenumssitzung. „Wenn auch nicht jeder Aspekt von jedem begrüßt werden wird, ist das insgesamt ein Paket, das die Dinge wirklich voranbringt.“

EU-Kommissar Frans Timmermans warnte die Delegierten vor einem Scheitern der Weltklimakonferenz auf den letzten Metern. „Um Himmels willen: Zerstört diesen Moment nicht“, rief der niederländische EU-Kommissar für Klimaschutz den Teilnehmern der Konferenz in Glasgow zu. Timmermans verglich die COP26 mit einem Marathon, auf dem man kurz vor der Ziellinie ins Stolpern gerate.

UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow

Eindringliche Mahnung: Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission

Auch der US-Klimabeauftragte John Kerry warb in Schottland eindringlich dafür, den jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung zu billigen. Der Text sei „ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Kerry vor dem Plenum. Nicht jeder stehe, so wie nun die Delegierten, einmal vor der Frage, über Leben und Tod zu entscheiden.

Mal wieder eine Verlängerung

Die Weltklimakonferenz hatte am 31. Oktober begonnen und sollte eigentlich bereits am Freitagabend enden. Wegen Differenzen unter anderem über die Klimahilfen für ärmere Staaten war die Konferenz aber wie in den Vorjahren in die Verlängerung gegangen.

UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow

John Kerry in Glasgow: Wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Der Vorsitzende der Ländergruppe G77, Ahmadou Sebory Touré, äußerte im Plenum „extreme Enttäuschung“ seines Zusammenschlusses aus zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern, darüber dass in Glasgow keine konkreten Zusagen für die Unterstützung ärmerer Länder bei der Bewältigung bereits eingetretener Klimaschäden erreicht worden seien. Im „Geiste des Kompromisses“ seien die G77-Länder aber dennoch zur Zustimmung bereit. Auch die Vertreter vieler anderer Staaten sagten trotz Kritikpunkten ihre Zustimmung zu.

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Der Umgang mit Klimaschäden war bis zuletzt einer der wichtigsten Streitpunkte. Anders als die Hilfen für ärmere Länder beim Klimaschutz und bei Maßnahmen zur Anpassung an die Erderwärmung gibt es für bereits entstandene Schäden weiterhin keinen internationalen Mechanismus für Hilfszahlungen. 

UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow

Erste Ermüdungserscheinungen: Delegierte im Plenum

Indien beharrt auf Sonderrolle

Indien nutzte das Plenum, um angesichts der historischen Verantwortung der Industriestaaten für den Klimawandel das „Recht“ der Entwicklungsländer auf eine „verantwortungsvolle Nutzung“ von fossilen Energieträgern zu unterstreichen. Anders als viele andere Staaten will Indien Klimaneutralität nicht 2050, sondern erst 2070 erreichen.

Im vorliegenden Text für die COP26-Rahmenentscheidung ist erstmals ausdrücklich eine Abkehr von Kohle und anderen fossilen Energieträgern enthalten. Die Staaten werden aufgerufen, „ihre Bemühungen in Richtung eines Ausstiegs“ aus der Kohlenutzung zu beschleunigen und „ineffiziente Subventionen“ für fossile Energieträger einzustellen. Auch wenn die Formulierungen seit dem ersten Entscheidungsentwurf zwei Mal abgeschwächt wurden, stufen auch Umweltorganisationen dies als wichtiges Signal ein. Schließlich würde damit erstmals in einem COP-Beschluss explizit Stellung gegen die klimaschädlichen Energieträger genommen.

Weniger Treibhausgase

In den Verhandlungstexten wird außerdem das Maximalziel des Pariser Klimaabkommens gestärkt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. In der Erklärung wird zudem festgehalten, dass dafür der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit noch in diesem Jahrzehnt um 45 Prozent sinken muss.

Ferner sollen Staaten ihre nationalen Klimaschutzziele, die derzeit bei Weitem nicht zur Erreichung dieses Ziels ausreichen, bereits bis Ende kommenden Jahres auf den Prüfstand stellen, drei Jahre früher als bislang geplant. Derzeit steuert die Erde nach UN-Angaben auf eine Erwärmung von 2,7 Grad zu. Nicht-Regierungsorganisationen und Aktivisten hatten von den Verhandlern in Glasgow daher entschiedene Beschlüsse zur Eindämmung der Klimakrise gefordert.

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kle/uh (afp, dpa, epd)




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