″Quo Vadis, Aida?″ räumt ab | Aktuell Europa | DW

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Das Massaker von Srebrenica ist das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Juli 1995 ermordeten bosnisch-serbische Milizen unter dem Kommando von General Ratko Mladić mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen – obwohl die Vereinten Nationen die bosnisch-muslimische Enklave zur UN-Schutzzone erklärt und niederländische und kanadische Blauhelmsoldaten vor Ort stationiert hatten. Doch die sahen tatenlos zu.

Dolmetscherin im Bosnien-Krieg

Wie nähert man sich einem solchen Gräuel filmisch? Wie findet man Bilder für das Unzeigbare? Die bosnische Regisseurin Jasmila Žbanić fand einen Weg – nun wurde ihr Film „Quo Vadis, Aida?“ mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Er erzählt von einer Frau mittleren Alters, die als Übersetzerin in Srebrenica arbeitet. Und die darum kämpft, ihren Mann und ihre Söhne zu retten.

Jasmila Žbanić

Die große Gewinnerin: Jasmila Žbanić

„Quo Vadis, Aida?“ erhielt auch die Auszeichnungen für die beste Regie und die beste Darstellerin (Jasna Đuričić). Regisseurin Žbanić bedankte sich in einer Videoschalte. Sie widmete den Film den Frauen und Müttern von Srebrenica sowie den getöteten Söhnen, Ehemännern und Vätern. Die Frauen hätten einen Weg gefunden, Frieden in einem zerstörten Land zu schaffen, sagte die 46-Jährige. „Frauen müssen immer das Chaos aufräumen, das Männer hinterlassen.“

Hopkins besser als Rogowski

Nominiert war auch der deutsche Schauspieler Franz Rogowski („Große Freiheit“). Er ging allerdings leer aus. Stattdessen wurde Anthony Hopkins für seine Rolle im Demenzdrama „The Father“ als bester Darsteller geehrt.

Filmstill | The Father

Bester Darsteller: Anthony Hopkins in „The Father“

Als bester Dokumentarfilm war „Herr Bachmann und seine Klasse“ von der deutschen Regisseurin Maria Speth im Rennen, ausgezeichnet wurde aber der Animationsfilm „Flee“. Die beste Komödie war nach Ansicht der Europäischen Filmakademie „Ninjababy“ aus Norwegen. Filmemacher Steve McQueen („12 Years a Slave“) erhielt einen Preis für innovatives Geschichtenerzählen für seine Reihe „Small Axe“. 

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Die dänische Regisseurin Susanne Bier („In einer besseren Welt“, „The Undoing“) wurde für europäische Verdienste in der Filmszene geehrt. Der Ehrenpreis für das Lebenswerk ging an die ungarische Regisseurin Márta Mészáros. 

Wie bei den Oscars

Der Europäische Filmpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Die mehr als 4000 Akademiemitglieder stimmen über die Preisträgerinnen und Preisträger ähnlich wie bei den Oscars in den USA ab. Die Auszeichnungen werden dann in der Regel abwechselnd in Berlin und einer anderen europäischen Stadt verliehen. Wegen der Corona-Pandemie fiel eine große Verleihung erneut aus. Stattdessen gab es in diesem Jahr eine Liveschalte mit wenigen Gästen aus der deutschen Hauptstadt.

wa/ack (dpa, kna)




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