180 Menschen nach Dschihadisten-Überfall in Hotel in Mosambik eingeschlossen | Aktuell Afrika | DW

180 Menschen nach Dschihadisten-Überfall in Hotel in Mosambik eingeschlossen | Aktuell Afrika | DW

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Nach einem Überfall von Dschihadisten im Nordosten Mosambiks sitzen etwa 180 Menschen in einem Hotel in der Stadt Palma fest. Unter ihnen seien auch ausländische Beschäftigte von in der ölreichen Stadt vertretenen Unternehmen, hieß es aus Mitarbeiter- und Sicherheitskreisen. An einem Milliardenprojekt zur Erschließung von Flüssig-Erdgas sind unter anderem der französische Ölriese Total und der US-Konzern ExxonMobil beteiligt.

Berichte über zahlreiche Tote

Dschihadisten hatten Palma in der Krisenprovinz Cabo Delgado am Mittwoch überfallen. Verängstigte Bewohner der Küstenstadt flüchteten sich nach Angaben von Augenzeugen daraufhin in einen nahe gelegenen Wald, Mitarbeiter der an dem knapp 17 Milliarden Euro schweren Gasprojekt beteiligten Firmen suchten Schutz im Amarula-Hotel. “Fast die ganze Stadt wurde zerstört”, sagte ein Mitarbeiter der Gasanlage, der anonym bleiben wollte. “Viele Menschen sind tot.” Zur Zahl und Herkunft der Opfer machte er keine Angaben.

Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) meldete unter Berufung auf Augenzeugen mehrere Todesopfer. Diese hätten von auf der Straße liegenden Leichen berichtet sowie von dschihadistischen Kämpfern, die wahllos auf Menschen und Gebäude geschossen hätten. Laut HRW stehen die Angreifer in Verbindung zu einer in Mosambik als Al-Schabab bekannten Dschihadisten-Gruppe, die jedoch keine direkten Verbindungen zu der gleichnamigen somalischen Dschihadisten-Miliz haben soll.

Armee scheitert mit Befreiungsversuch

Der Mitarbeiter einer Leiharbeitsfirma von Total berichtete von einem Versuch der Armee am Freitag, die im Amarula-Hotel festsitzenden Menschen mit Hubschraubern zu retten. Bis Anbruch der Dunkelheit seien jedoch “viele Menschen” noch in dem Hotel gewesen, während die Kämpfer versucht hätten, sich dem Gebäude zu nähern.

Flüchtlinge aus der Krisenprovinz Cabo Delgado im Nordosten von Mosambik

Flüchtlinge aus der Krisenprovinz Cabo Delgado im Nordosten von Mosambik

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In einem in den Online-Netzwerken kursierenden Video, dessen Echtheit zunächst nicht verifiziert werden konnte, waren zahlreiche Menschen in der Lobby des Hotels zu sehen, während im Hintergrund das brummende Geräusch eines Hubschraubers zu hören war. Der Mann, der das Video aufnahm, beschrieb die Situation in Palma als “kritisch”. “Wir wissen nicht, ob wir gerettet werden”, sagte er. In dem Hotel gebe es kein Essen mehr, Wasser sei aber noch vorhanden.

Bald 700.000 Bewohner geflohen

Palma ist bereits seit einigen Wochen weitgehend vom Rest der Provinz Cabo Delgado abgeschnitten, da die Rebellen die Zufahrtsstraßen unsicher machen. Daher sind der Airport und der Seehafen die einzigen Wege in und aus der Stadt. Rebellen hatten bereits im August 2020 die Hafenstadt Mocimboa da Praia eingenommen und attackieren seitdem Dörfer in der Region. Da sie zahlreiche Menschen enthaupteten, flohen mehr als 670.000 Bewohner, was eine humanitäre Krise im Norden Mosambiks ausgelöst hat.

sti/qu (afp, ap, rtr)

 




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