9/11: Emotionales Gedenken in den USA | Aktuell Amerika | DW

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20 Jahre nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September haben die Vereinigten Staaten von Amerika an die fast 3000 Opfer erinnert. Ein Glockenschlag läutete die erste Schweigeminute am Ground Zero in New York ein – genau zu der Zeit, als das erste Passagierflugzeug am 11. September 2001 in den Nordturm des World Trade Centers eingeschlagen war. Im Anschluss wurden die Namen der fast 3000 Getöteten von Angehörigen verlesen. Als an jenem Septembertag ein zweites Flugzeug in den Südturm geflogen war, wurde die Verlesung von einer zweiten Schweigeminute unterbrochen.

Zur Trauerfeier an der heutigen Gedenkstätte kamen neben Präsident Joe Biden und First Lady Jill auch zahlreiche Angehörige von Opfern sowie Überlebende. Auch die ehemaligen Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton waren mit ihren Ehefrauen anwesend. Eine Rede des amtierenden Präsidenten war nicht vorgesehen.

Der “normalen Menschen” gedenken

Es solle an “ganz normale Menschen” gedacht werden, sagte zum Auftakt Mike Low, dessen Tochter Sara als Flugbegleiterin arbeitete und in einer der gekaperten Maschinen ums Leben kam. “In den vergangenen 20 Jahren hat meine Familie unglaubliches Leid erfahren bei dem Gedanken an die Leben, die nicht mehr gelebt werden konnten”, sagte er. Danach sang Musiker Bruce Springsteen sein Lied “I’ll See You In My Dreams”.

Trauernde legen Blumen am Ground Zero-Mahnmal ab

Trauernde legen Blumen am Ground Zero-Mahnmal ab

Die nationale Einheit sei die größte Stärke der Vereinigten Staaten, hatte Biden anlässlich des Gedenkens bereits im Vorfeld per Videobotschaft gesagt. In den Tagen nach den Anschlägen sei heldenhaftes Handeln, Widerstandskraft und “ein wahres Gefühl der nationalen Einheit” demonstriert worden. Ex-Präsident Obama sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und gedachte den damaligen Einsatzkräften und dem US-Militär. Der Mut des Militärs in den vergangenen 20 Jahren habe auch geholfen, Bin Laden zur Strecke zu bringen. Obama war Präsident, als eine Spezialeinheit des Militärs im Jahr 2011 den damaligen Al-Kaida-Chef in Pakistan tötete.

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Nicht nur New York

Auch am Pentagon und der Absturzstelle in Shanksville fanden Trauerveranstaltungen statt. Dort hatten die islamistischen Terroristen damals zwei weitere Flugzeuge als Waffen eingesetzt. American-Airlines-Flug 77 lenkten die Angreifer in das US-Verteidigungsministerium, eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Menschen an Bord Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten. Hier nahm auch George W. Bush, der am 11. September US-Präsident war, am feierlichen Gedenken teil. Biden ist zu allen vier Tatorten gereist.

Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Center in New York am 11. September 2001

Bilder, die sich im Gedächtnis eingebrannt haben: Einsturz der Zwillingstürme am 11. September 2001

Persönlichkeiten aus aller Welt äußerten sich in Grußbotschaften zum 11. September. Die Queen schickte “Gedanken und Gebete – und die meiner Familie und der ganzen Nation” an die Opfer, Überlebenden und Hinterbliebenen. Anlässlich des 20. Jahrestages würdigte die 95-jährige Monarchin den Einsatz der Rettungshelfer und Feuerwehrleute vor Ort.

“Das schlimmste Böse brachte auch das Beste hervor”

Die katholischen Bischöfe in den USA erinnerten an die damaligen Helfer vor Ort, die ihr Leben für das ihrer Nachbarn gegeben hätten. “Diese Gewalt, geboren aus dem schlimmsten Bösen des menschlichen Herzens, brachte auch das Beste in unserer Menschlichkeit hervor”, schrieb der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Gomez.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat den Jahrestag für Attacken gegen seinen Nachfolger Joe Biden genutzt. In einer Videobotschaft wirft Trump dem Demokraten “Inkompetenz” beim Afghanistan-Abzug vor und sagte, der Präsident habe wie ein “Dummkopf” gewirkt. Biden und seine “unfähige” Regierung hätten in Afghanistan kapituliert. Allerdings war es Trump, der den Taliban im Februar 2020 einen vollständigen Truppenabzug im Jahr 2021 zugesagt hatte. Dass der Ex-Präsident seinen Nachfolger auch an diesem Gedenktag attackiert, ist ein klarer Bruch mit den Gepflogenheiten.

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rb/nob (AFP, AP, dpa, Reuters)




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