Aachener Friedenspreis für Aktivisten in Marokko und Brasilien | Aktuell Deutschland | DW

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Der französische katholische Priester Antoine Exelmans (Artikelbild) erhält die Auszeichnung für seinen Einsatz für Flüchtlinge im marokkanischen Oujda, wie der Trägerverein des Friedenspreises in Aachen mitteilte. Zweiter Preisträger ist das Menschenrechtszentrum Gaspar Garcia, das von Zwangsräumungen und Vertreibungen bedrohten Einwohnern der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo rechtlichen Beistand leistet. Damit würden der selbstlose Einsatz des französischen Geistlichen und die Hilfe des Zentrums in Sao Paulo vor allem für Wohnungslose gewürdigt. Die Auszeichnung wird am internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember vergeben.

Exelmans und sein Team unterstützen mit Hilfe von Caritas international seit 3,5 Jahren in Oujda an der marokkanisch-algerischen Grenze Flüchtlinge, die auf ihrem langen Weg durch den Kontinent Marokko erreichen. Um sie vor Menschenhändlern, Erpressung und Misshandlungen zu schützen, bringt sie der Priester im Gemeindezentrum und bei Überfüllung in der Kirche unter.

Dort werden die Flüchtlinge unabhängig von Religion und Weltanschauung versorgt, auch medizinisch. Zudem bekommen sie Hilfe, um Asylanträge beim UNHCR zu stellen und sicher zur Botschaft ihres Landes zu kommen. Jüngere Migranten versucht Exelmans in das marokkanische Bildungssystem zu integrieren.

Brasilianische Organisation kämpft gegen Zwangsvertreibungen 

Aktion des Centro Gaspar Garcia de Direitos Humanos (CGG)

Aktion des Centro Gaspar Garcia de Direitos Humanos (CGG)

Das Centro Gaspar Garcia (CGG) entstand 1988 aus Empörung über die Gewalt gegen Arme, wie es hieß. Es ist nach dem am 11. Dezember 1978 in Nicaragua ermordeten spanischen Priester und Menschenrechtsaktivisten Gaspar Garcia benannt. Das CGG mit 20 Mitarbeitern bewahrte laut Aachener Friedenspreis in den vergangenen Jahren über 13.000 Familien in prekären Wohnverhältnissen vor Zwangsvertreibungen.

Besonders CGG-Anwalt Benedito Barbosa setze sich dafür ein, Landtitel zu erkämpfen und Bleiberechte durchzusetzen. Zudem betreue das vom katholischen Hilfswerk unterstützte CGG jährlich 500 Obdachlose in der Millionenmetropole Sao Paulo sozialpsychologisch.

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“Von unten” für Frieden und Verständigung 

Der Aachener Friedenspreis wurde 1988 erstmals verliehen. Erste Preisträger waren die evangelischen Pfarrer Werner Sanß und Jutta Dahl, die mit Sitzblockaden vor NATO-Stützpunkten gegen die sogenannte Nachrüstung protestierten. Auch Pro Asyl, die Petersburger Soldatenmütter, die türkische Menschenrechtsanwältin Eren Keskin und Brecht-Tochter Hanne Hiob gehören zu den Geehrten.

Ziel der Auszeichnung ist es, Frauen, Männer oder Gruppen zu würdigen und vorzustellen, die “von unten her” zu Frieden und Verständigung beitragen. Die Auszeichnung wird von rund 50 kirchlichen, politischen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen sowie von etwa 350 Einzelpersonen getragen, die im Verein “Aachener Friedenspreis” zusammengeschlossen sind. 

Traditionell wird der mit jeweils 2.000 Euro dotierte Preis am Antikriegstag am 1. September vergeben, in diesem Jahr pandemiebedingt aber erst am 10. Dezember. Die Preisträger werden dann nicht persönlich anwesend sein, sondern per Video zugeschaltet. Im vergangenen Jahr bekamen der “Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel” und das Netzwerk “Büchel ist überall – atomwaffenfrei jetzt!” die Auszeichnung.

sth/rb (kna, epd, aachener-friedenspreis.de) 




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