Acht Jahre Haft wegen geplanter Rizin-Attacke | Aktuell Deutschland | DW

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Acht Jahre Haft – das ist das Strafmaß für eine 44-jährige Deutsche, die zusammen mit ihrem Mann einen Bombenanschlag geplant haben soll. Die zum Islam konvertierte Frau unterstützte nach Überzeugung des Düsseldorfer Oberlandesgerichts die Vorbereitungen für eine schwere staatsgefährdende Gewalttat. Dazu hatte sich das Paar große Mengen an Rizinussamen beschafft, woraus der hochgiftige biologische Kampfstoff Rizin hergestellt werden kann.

Die Bundesanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert und vorgebracht, Yasmin H. teile die radikalislamische Ideologie der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS). Das bewiesen Tausende Gewaltbilder und Videos auf ihrem Smartphone. Mehrere davon zeigten Enthauptungen.

Mit Pulver in der Wohnung angetroffen

Die Verteidiger plädierten hingegen auf eine Bewährungsstrafe. Sie erklärten, zwar habe die Angeklagte ihren Mann zweimal mit Pulver und Bombenbauteilen in der Wohnung angetroffen, sie selbst habe aber keinen Anschlag vorbereitet.

Laut Ermittlern hatte das Paar bei einem Internetversand 250 Metallkugeln bestellt, die als Splittermaterial für einen Sprengsatz mit Rizinbeigabe dienen sollten. Nach Aussage von Gutachtern wären durch die Verbreitung des Gifts mittels einer Streubombe bis zu 200 Menschen getötet worden.

Köln Urteil gegen Rizin-Bombenbauer (picture-alliance/dpa/F. Gambarini)

Dem 31-jährigen Mann der Verurteilten wurde bereits der Prozess gemacht (Archivbild)

Der Mann der 44-Jährigen, ein Tunesier, war bereits Ende März zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der 31-Jährige hatte vor Gericht zugegeben, sich mit dem Bau von Bomben beschäftigt zu haben. Er bestritt jedoch, einen Anschlag in Deutschland geplant zu haben. Vielmehr habe er sich Fertigkeiten aneignen wollen, um sich damit dem IS anzuschließen.

Binnen zwei Tagen tödlich

Spezialkräfte der Polizei hatten im Juni 2018 die Wohnung des Paares im Kölner Stadtteil Chorweiler gestürmt und dabei die Rizinussamen sichergestellt. Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft Rizin als “potenziellen biologischen Kampfstoff” ein. Die Samen des Wunderbaums sind leicht erhältlich. Dagegen ist der Handel und Umgang mit der Reinsubstanz nach dem Chemiewaffen-Übereinkommen von 1997 beschränkt. Schon in geringer Konzentration ist Rizin lebensgefährlich. Sollte das Gift gespritzt werden, wirkt es nach RKI-Angaben binnen 36 bis 48 Stunden tödlich.

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jj/as (dpa)
 




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