Aktivist im Iran trotz Protesten hingerichtet | Aktuell Nahost | DW

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Ungeachtet internationaler Proteste hat die iranische Regierung einen 31-jährigen Mann wegen Mordes, Entführung und “terroristischer” Verbindungen hinrichten lassen. Wie die Justiz-Website “Mizan Online” berichtet, wurde das Todesurteil gegen Dschawid Dehghan Chalad in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan vollstreckt.

Seit 2015 in Haft

Der Aktivist der Balutschen-Minderheit sei vor seiner Hinrichtung fünfeinhalb Jahren im Gefängnis gewesen, berichtet die saudische Zeitung “Arab News” unter Berufung auf iranische Stellen. Dehghan soll mit der Dschihadistengruppe Dschaisch al-Adl in Verbindung gestanden haben. Der Mann, der auch als Mohammed Omar bekannt gewesen sein soll, habe “bewaffnete Aktionen gegen den Staat” verübt, teilte “Mizan Online” weiter mit. Er soll an der Tötung von zwei Mitgliedern der Revolutionsgarden im Jahr 2015 beteiligt gewesen sein.

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UN) hatte am Freitag an die Führung in Teheran appelliert, das Todesurteil nicht zu vollstrecken und weitere Todesurteile “im Einklang mit den Menschenrechten zu überprüfen”. “Wir verurteilen aufs Schärfste die Reihe von Hinrichtungen – mindestens 28 – seit Mitte Dezember, darunter auch von Menschen aus Minderheiten”, schrieb die Behörde auf Twitter.

Kritik an Ermittlungen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete Dehghans Prozess als “grob unfair”. Das Gericht habe sich auf “durch Folter verfälschte Geständnisse” gestützt und Misshandlungen während der Ermittlungen ignoriert.

Die Dschihadistengruppe Dschaisch al-Adl hat in den vergangenen Jahren mehrere Bombenanschläge und Entführungen verübt. Im Februar 2019 wurden 27 Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden bei einem Selbstmordanschlag getötet, zu dem sich die Gruppe bekannte. Sie besteht aus ehemaligen Mitgliedern der sunnitischen Extremistengruppe Dschundallah, die bis 2010 in der Provinz Sistan-Belutschistan einen blutigen Widerstandskampf führte.

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Der Iran ist seit Ende vergangenen Jahres wegen der Hinrichtungen mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten scharf kritisiert worden. Die Islamische Republik vollstreckte Todesurteile unter anderem gegen den Oppositionellen Ruhollah Sam und den Ringer Navid Afkari.

uh/qu (afp, rtr, epd)




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