Amnesty warnt vor großer Hungersnot in Madagaskar | Aktuell Afrika | DW

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Der Süden des tropischen Inselstaats vor der afrikanischen Ostküste erlebt die schwerste Dürre seit 40 Jahren. Einzelne Hungertote hat es Berichten zufolge aufgrund der anhaltenden Trockenheit und den damit verbundenen Ernteausfällen bereits gegeben. Nun aber warnt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht vor der ersten klimabedingten Hungersnot.

Viele der 3,5 Millionen Madagassen im Süden des Landes leben demnach von Ackerbau, Viehzucht oder Fischerei. Fehle Wasser, komme es zu Einkommensverlusten und Nahrungsengpässen, heißt es in der Studie. Besonders betroffen seien Frauen und Kinder, von denen viele ihre Heimat verlassen müssten, um überleben zu können. Rund 91 Prozent lebten dort ohnehin unterhalb der Armutsgrenze.

Mehr Dürreperioden durch Klimawandel

Bereits jetzt seien 33 Prozent der Madagassen unterernährt. Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie hätten die Situation weiter verschärft. Hungernde seien inzwischen dazu übergegangen, Lehm mit Tamarindensaft zu mischen, Insekten und lose Blätter zu essen. Zahlreiche unterernährte Kinder bräuchten dauerhaft zusätzliche Nährstoffe durch Hilfsorganisationen vor Ort.

„Diese katastrophale Dürre verletzt ihre Rechte auf Leben, Nahrung und Wasser“, sagte die Amnesty-Klima-Expertin Annelen Micus. Ihre Organisation sieht mehr als eine Million Menschen vom Hunger bedroht, denn aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass sich die klimatische Situation so schnell nicht verändern wird. Im Gegenteil: Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen im südlichen Landesteil. Gleichzeitig sinkt die Niederschlagsmenge, was weitere Dürreperioden noch wahrscheinlicher macht.

Hungersnot in Madagaskar

Familien sammeln auf den Feldern alles, um ihre Kinder ernähren zu können.

Amnesty fordert die internationale Gemeinschaft deshalb dazu auf, die humanitären Hilfsmaßnahmen für den Süden Madagaskars zu verstärken. So müsste eine dauerhafte und regelmäßige Nahrungsmittel-Nothilfe gewährleistet und Zugang zu sauberem Wasser für den Hausgebrauch ermöglicht werden.

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Die Menschenrechtsorganisation appelliert gleichzeitig aber auch an die Industriestaaten, die globale Klimakrise stärker zu bekämpfen, um weiteren Rechtsverletzungen vorzubeugen. Auf der UN-Klimakonferenz vom 31. Oktober bis zum 12. November im schottischen Glasgow müssten ehrgeizige Ziele zur Reduktion der Emissionen beschlossen werden, die mit den Menschenrechten vereinbar seien. Zudem müssten sich die Länder zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verpflichten.

Arme Länder, die besonders durch den Klimawandel litten, sollten angemessen unterstützt werden. Den Menschen, die durch die Folgen der Klimakrise geschädigt würden, müsse ein Recht auf Information und Beteiligung an klimarelevanten Entscheidungen garantiert werden.

djo/kle (epd, amnesty.org)




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