Amsterdam will Touristen aus Coffeeshops heraushalten | Aktuell Europa | DW

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Jahrzehntelang war Amsterdam ein Paradies für Kiffer aus aller Welt. Auch viele Deutsche machen noch immer gerne einen Ausflug über die Grenze in die Grachtenstadt. Denn in den Coffeeshops kann jeder über 18 Jahre legal Haschisch oder Marihuana kaufen und auch rauchen. Das soll nun – nach mehr als 50 Jahren – ein Ende haben. Zumindest für Touristen. Die niederländische Hauptstadt will ausländischen Touristen den Zutritt zu Coffeeshops untersagen Damit solle dem Massentourismus und der Drogenkriminalität Einhalt geboten werden, erklärte die Stadt.

„Wir wollen den Drogentourismus stoppen”, betonte Bürgermeisterin Femke Halsema. „Die sogenannten Cannabis-Touristen sorgen für große Probleme in der Stadt”. Halsema sagte weiter: “Amsterdam ist eine internationale Stadt und natürlich wollen wir Touristen anziehen, aber wir möchten, dass sie wegen der Vielfalt, der Schönheit und der kulturellen Einrichtungen kommen”, betonte sie. In einem Brief an den Stadtrat schrieb Halsema, sie hoffe, Amsterdam als “Ort des sanften Drogentourismus” weniger attraktiv zu machen.

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Kampf gegen die Auswüchse

Die grüne Bürgermeisterin ist nicht für ein totales Drogen-Verbot, sondern will ein Ende der Auswüchse. Darin wird sie unterstützt von Staatsanwaltschaft, Polizei und vielen Bürgern. Nach dem aktuellen Plan sollen nur noch Einwohner des Landes mit einem Club-Ausweis Zugang bekommen. Die Zahl der Verkaufsstellen würde drastisch reduziert. Wann das Verbot in Kraft treten soll, ist noch unklar. Das Stadtparlament muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Die Droge Cannabis ist in den Niederlanden eigentlich verboten, doch der Besitz von weniger als fünf Gramm wurde 1976 im Zuge einer sogenannten Toleranz-Politik entkriminalisiert. In den Coffeeshops darf Cannabis verkauft werden. In den vergangenen 20 Jahren ging die Zahl der Coffeeshops in Amsterdam stark zurück von 283 auf jetzt 166. Das sind trotzdem noch immer etwa 30 Prozent aller Coffeeshops des Landes. Auch jetzt während des Lockdowns sind die Coffeeshops geöffnet, allerdings müssen die Kunden die Waren mitnehmen.

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Touristenmagnet Drogenkonsum

Fast zehn Millionen Touristen kamen 2019 – also vor der Corona-Pandemie – in die Stadt mit rund 700.000 Einwohnern. Viele von ihnen wohl nur um zu saufen und zu kiffen. 57 Prozent der Besucher des Rotlichtviertels im Zentrum gaben bei einer Studie an, dass sie hauptsächlich wegen der Drogen kamen. „Wir wollen lieber nicht die Touristen, die nur hierherkommen, um betrunken und stoned rumzulaufen”, sagte die Bürgermeisterin.

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Der Verband der Coffeeshop-Händler ist strikt gegen die Initiative und warnt vor negativen Folgen. „Leute wollen ihren Joint rauchen. Wenn das nicht im Coffeeshop geht, dann kaufen sie es auf der Straße”, sagte Sprecher Joachim Helms.

Die Polizei beobachtet auch eine Zunahme der Kriminalität rund um Drogen und Geldwäsche. Denn noch gilt ein Paradox: Während der Verkauf von Haschisch legal ist, sind Anbau und Großhandel verboten. Coffeeshops müssen sich also ihre Ware quasi über die Hintertür illegal besorgen. Die Regierung in Den Haag will das nun ändern und steht kurz vor einem Modellversuch mit staatlich kontrolliertem Anbau durch ausgewählte Produzenten.

kle/as (afp, dpa)




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