Amtsinhaber Gudni Jóhannesson bleibt Islands Staatschef | Aktuell Europa | DW

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Die Isländer mögen ihren Präsidenten, und das zeigte sich auch an den Wahlurnen. Gudni Jóhannesson setzte sich bei der Präsidentenwahl am Samstag klar gegen seinen einzigen Herausforderer Gudmundur Franklín Jónsson durch. Gudni Jóhannesson erhielt 92,2 Prozent der abgegebenen Stimmen, während Gudmundur Jónsson unter acht Prozent blieb. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 67 Prozent bei etwa 252.000 Stimmberechtigten.

Nach seinem Wahlsieg sagte Gudni Jóhannesson dem staatlichen Rundfunksender RUV, er sei zwar kein Fan des Fußballclubs Liverpool, doch er wolle eine solche Führungspersönlichkeit wie Liverpools deutscher Trainer Jürgen Klopp sein: “Er zeigte Verantwortung aber auch Bescheidenheit, war wettbewerbsfähig aber auch höflich (…) So sind gute Führungspersönlichkeiten, und ich möchte für die nächsten vier Jahre ein solcher Präsident sein.”

Favorisiert

Umfragen hatten ihm bereits vor der Wahl mehr als 90 Prozent der Stimmen vorausgesagt. Die Isländer schätzen an ihm, dass man ihn trotz seines Amtes weiterhin oft mit seinen Kindern zur Schule radeln oder auf deren Sportveranstaltungen sieht.

International hatte er vor einigen Jahren kurzzeitig wegen seiner Abneigung gegen Pizza mit Ananas für Furore gesorgt. Der frühere Oxford-Student und Geschichtsprofessor vertritt die Haltung, dass ein Präsident ein Symbol der nationalen Einheit sein sollte, das sich aus hitzigen Debatten in seinem Land heraushält.

Spendenbereit

Seit Amtsantritt hat er nach Angaben des isländischen Rundfunksenders RÚV die ihm zugesprochenen Gehaltssteigerungen zurückgewiesen und sie stattdessen an wohltätige Zwecke gespendet. Während seiner ersten Amtszeit hatte Gudni Jóhannesson im vergangenen Sommer auch den deutschen Präsidenten Frank-Walter Steinmeier in Reykjavik begrüßt. Dabei hatten die beiden Staatsoberhäupter auf die gegenseitige Verbundenheit ihrer Länder hingewiesen. Steinmeier hatte die Vorreiterrolle Islands beim Klimaschutz unterstrichen, während Gudni Jóhannesson die hohe und weiter wachsende Bedeutung Deutschlands als Partner für sein Land betonte. “Wir wissen, dass wir in Berlin immer auf Verständnis stoßen”, hatte er nach einem Treffen mit Steinmeier gesagt.

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Island gehört nicht zur Europäischen Union, dafür aber ebenso wie Norwegen und Liechtenstein zum Europäischen Wirtschaftsraum. Auf der Insel im Nordatlantik mit rund 360.000 Einwohnern werden alle vier Jahre Präsidentenwahlen abgehalten, sofern es mehr als einen Kandidaten gibt.

uh/kle (dpa, afp)




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