Angreifer in Norwegen möglicherweise radikalisiert | Aktuell Europa | DW

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Die norwegischen Behörden hatten den 37-Jährigen im vergangenen Jahr wegen einer vermuteten Radikalisierung kontaktiert, wie die Ermittler bei einer Pressekonferenz in Oslo mitteilten. Demnach war der Däne zuvor zum Islam konvertiert. „Es gab schon früher Befürchtungen einer Radikalisierung“, sagte der norwegische Polizeibeamte Ole Bredrup Saeverud. Diesen Befürchtungen sei 2020 und bereits zuvor nachgegangen worden.

Der Mann wird verdächtigt, am Mittwochabend in der Innenstadt von Kongsberg zahlreiche Menschen mit mehreren Waffen, darunter auch Pfeil und Bogen, angegriffen zu haben. Fünf Menschen wurden getötet, zwei verletzt. Die Opfer sind alle im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Norwegen | Angriff mit Pfeil und Bogen in Kongsberg

An den Tatorten hat inzwischen die Spurensuche der Forensiker begonnen

Rund eine Viertelstunde nach der Tat wurde der Angreifer festgenommen und anschließend in eine Polizeidienststelle in der Nachbarstadt Drammen gebracht. Er wurde inzwischen angeklagt. Der lokale Polizeichef Øyvind Aas sagte, man gehe anhand der vorliegenden Informationen davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter gewesen sei.

Bei seiner Flucht vor der Polizei beschoss der Angreifer die Beamten mit Pfeilen. Nach Angaben des Sprechers wurden möglicherweise alle Opfer erst nach Eintreffen der Polizei getötet.

Mehrere Tatorte

Die Tat ereignete sich demnach zwischen 18.13 und 18.47 Uhr an mehreren Orten im Zentrum von Kongsberg, einer 28.000-Einwohner-Stadt rund 80 Kilometer südwestlich von Oslo. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Einen politisch motivierten Hintergrund schließt die Polizei jedoch nicht aus. „Angesichts des Ablaufs der Ereignisse ist es nur natürlich zu prüfen, ob es sich um einen terroristischen Anschlag handelt“, sagte Aas.

Norwegen | Angriff mit Pfeil und Bogen in Kongsberg

Ein Polizist mit Spürhund sucht die Umgebung eines Tatorts in Kongsberg ab

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In der Nacht zu Donnerstag gab die Polizei nähere Informationen zum Täter bekannt. Man habe sich dazu entschieden, erste Informationen zu dem Tatverdächtigen zu veröffentlichen, um Gerüchten in Online-Netzwerken zu begegnen, hieß es in der Erklärung der Polizei. Von den verbreiteten Falschinformationen seien bereits mehrere Menschen betroffen gewesen, die nichts mit der Tat zu tun gehabt hätten. 

Erinnerungen an Utøya wurden wach

Der Anschlag von Kongsberg weckt in Norwegen Erinnerungen an den schwersten Terroranschlag in der jüngeren Geschichte des Landes vor zehn Jahren.

Norwegen Anders Behring Breivik im Gericht

Massenmörder und Rechtsextremist: Anders Behring Breivik (Archiv)

Am 22. Juli 2011 hatte der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine in einem weißen Transporter versteckte Bombe gezündet und dabei acht Menschen getötet.

Daraufhin fuhr er zur etwa 30 Kilometer entfernten Insel Utøya, wo er sich als Polizist ausgab und das Feuer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnete.

69 Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen auf Utøya ums Leben. Breivik nannte rechtsextreme und islamfeindliche Motive für seine Taten. Er wurde im August 2012 zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Amoklauf am Vorabend des Regierungswechsels

Das skandinavische Nicht-EU-Land Norwegen ereilt der Vorfall am Vorabend eines Regierungswechsels: An diesem Donnerstag wird der Sozialdemokrat Jonas Gahr Støre in den Mittagsstunden in Oslo sein Kabinett vorstellen. Seine Vorgängerin, die amtierende Ministerpräsidentin Erna Solberg, hatte am Dienstag dieser Woche nach der Niederlage ihrer konservativen Partei Høyre bei der Parlamentswahl vor einem Monat den Rücktritt ihrer Regierung eingereicht. König Harald V. erteilte daraufhin Støre den Auftrag zur Regierungsbildung. Støre war unter dem vorherigen Regierungschef und heutigen NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg lange Zeit norwegischer Außenminister.

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kle/ehl/pg (rtr, dpa, afp)




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