Anklage gegen US-Polizisten erhoben | Aktuell Amerika | DW

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Nach dem Tod eines Schwarzen im März vergangenen Jahres hat die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Washington drei Polizisten angeklagt. Zwei Beamten werde Mord zweiten Grades vorgeworfen, einem weiteren Totschlag ersten Grades, teilte die Staatsanwaltschaft auf Twitter mit.

Der 33-Jährige starb wenige Monate vor dem Afroamerikaner George Floyd, dessen Tod weltweite Anti-Rassismus-Proteste ausgelöst hatte. Ebenso wie dieser soll der in der Stadt Tacoma Festgenommene mehrfach “Ich kann nicht atmen” gesagt haben. Währenddessen kniete einer der Beamten auf seinem Rücken. Die beiden anderen Polizisten hatten den Mann zuvor in einem Würgegriff gehalten und Elektroschocker gegen ihn eingesetzt. Der Afroamerikaner starb noch am Ort. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass der Tod durch Atemstillstand aufgrund physischer Gewalteinwirkung eingetreten war.

Falschaussage von Beamten?

Der Schwarze war auf dem Weg nach Hause, als er sich einem Streifenwagen näherte. Die Polizisten gaben später an, er habe sie angegriffen. Mehrere Zeugen und Videoaufnahmen widersprechen der Staatsanwaltschaft zufolge aber der Darstellung der Beamten: Es gebe es keinen Hinweis darauf, dass der Mann sich aggressiv verhalten habe.

Mord zweiten Grades entspräche nach deutschem Recht eher dem Totschlag. Im Falle einer Verurteilung drohen üblicherweise zehn bis 18 Jahre Gefängnis. Theoretisch könnte jedoch auch eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Der übliche Strafrahmen für Totschlag ersten Grades beträgt achteinhalb Jahre Haft.

Der Polizist, der dem in Minneapolis getöteten Floyd rund neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt hatte, wurde im April des Mordes zweiten Grades und weiterer Anklagepunkte schuldig gesprochen. Das Strafmaß gegen den 45-Jährigen soll Ende Juni verkündet werden.

jj/wa (afp, Generalstaatsanwaltschaft Washington)




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