Anschläge auf Bali: Islamistenführer aus Haft entlassen | Aktuell Asien | DW

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Mehr als 18 Jahre nach den tödlichen Anschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali ist ein beschuldigter radikaler Prediger aus der Haft freigekommen. Abu Bakar Bashir wurde nach Verbüßung seiner Gefängnisstrafe wegen eines anderen Falls auf freien Fuß gesetzt. 55 Monate Haft seien ihm wegen guter Führung erlassen worden, teilten die Justizbehörden in dem südostasiatischen Inselstaat mit. Eskortiert von Elitesoldaten verließ der 82-Jährige in einem Fahrzeug die Haftanstalt nahe der Hauptstadt Jakarta.

Bei den Bombenanschlägen in einem Nachtclub und einer Bar auf Bali waren am 12. Oktober 2002 mehr als 200 Menschen getötet worden, unter ihnen 88 Australier und sechs Deutsche. Bashir gilt als einer der Köpfe des Al-Kaida-Ablegers Jemaah Islamiyah, der in Südostasien einen islamischen Gottesstaat errichten will. Sicherheitsexperten zufolge soll er die Verbindungen zu der Terrororganisation aber abgebrochen haben, sodass es unwahrscheinlich sei, dass er eine Bedrohung darstelle.

Direkte Beteiligung nicht erwiesen

Der prominente Islamist wurde verdächtigt, sowohl an den Anschlägen auf Nachtklubs auf der Urlaubsinsel Bali im Jahr 2002 als auch an dem Anschlag auf das Marriott Hotel in Jakarta 2003 beteiligt gewesen zu sein – eine direkte Beteiligung konnte ihm die Justiz aber nicht nachweisen. Ein Gericht verurteilte ihn 2005 wegen Dokumentenfälschung lediglich zu 30 Monaten Haft, Mitte 2006 kam er wieder auf freien Fuß. Er hat stets seine Unschuld beteuert.

Indonesien Anschläge auf Nachtclubs in 2002

So sah der Nachtclub in Denpasar auf Bali im Oktober 2002 nach der Attacke aus

Fünf Jahre später wurde der Prediger in einem weiteren Prozess zu 15 Jahren Haft verurteilt, das Strafmaß wurde später aber herabgesetzt. In dem Fall ging es um die Finanzierung einer Extremistengruppe in der Provinz Aceh.

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Der australische Premierminister Scott Morrison sagte, die Freilassung Bashirs bereite ihm Magenschmerzen. Er erinnere sich noch genau an den Tag des Anschlags auf Bali, sagte Morrison. Es sei schwierig zu akzeptieren, wenn die Verantwortlichen für die Tat auf freiem Fuß seien.

kle/pg (afp, dpa, rtre, ape)   




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