Arkansas an ″Spitze einer Abwärtsspirale″ | Aktuell Amerika | DW

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Das Parlament von Arkansas setzte sich über ein Veto von Gouverneur Asa Hutchinson hinweg: Alle medizinischen und operativen Behandlungen an unter 18-Jährigen, die zu einer Entfernung oder Veränderung von Geschlechtsmerkmalen führen, sind in dem US-Bundesstaat bald untersagt, wie Abgeordnetenkammer und Senat in der Hauptstadt Little Rock beschlossen. Ärzten, die das Verbot missachten, drohen Strafen.

Im Gesetzestext ist die Rede davon, transsexuelle Jugendliche vor dem “Experimentieren” zu bewahren. Zudem heißt es darin, dass nach derzeitigem Stand klinischer Studien die Risiken einer Transition “bei weitem” den Nutzen überwiegen würden.

Als “wirklich gute Nachricht” bezeichnete der Vorsitzende der konservativen Organisation Family Council, Jerry Cox, den Beschluss des Parlaments. “Geschlechtsumwandlungen können dazu führen, dass Kinder unfruchtbar werden und für ihr Leben gezeichnet sind”, meinte Cox. Mediziner wüssten nicht, welche Langzeitfolgen solche Behandlungen für Kinder hätten. “Das ist der Grund, warum viele Menschen sie mit Kinderexperimenten gleichsetzen.”

“Neue Standards”

Gouverneur Hutchinson hatte hingegen argumentiert, der Staat dürfe sich nicht anmaßen, sich “ins Zentrum jeder medizinischen, menschlichen und ethischen Angelegenheit” zu stellen. Eine Verabschiedung des Gesetzes bedeute die Schaffung “neuer Standards der gesetzgeberischen Einmischung in die Angelegenheiten von Ärzten und Eltern, während sie es mit einer der komplexesten und sensibelsten Fragen mit Blick auf junge Menschen zu tun haben”. Führende medizinische Vereinigungen hätten die Sorge geäußert, dass “die Verwehrung der besten medizinischen Versorgung für Transjugendliche zu erheblichen Schäden für den jungen Menschen führen kann, von Suizidtendenzen und sozialer Isolation bis hin zu erhöhtem Drogenkonsum”, erklärte der republikanische Regierungschef. 

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Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) warnte vor “verheerenden” Folgen des Verbots in Arkansas. “Dieses Gesetz wird Familien, Ärzte und Unternehmen aus dem Bundesstaat vertreiben, und es sendet eine fürchterliche und herzzerreißende Botschaft an Transgender-Menschen, die dies mit Angst beobachten.” Zugleich kündigte ACLU eine Klage gegen das Gesetz an.

Der Vorsitzende der auf LGTBIQ-Rechte spezialisierten Human Rights Campaign, Alphonso David, befürchtet nach eigenen Worten eine Ausweitung der Gesetzgebung auf die Bundesebene. Arkansas habe sich an die “Spitze einer Abwärtsspirale” gestellt, die “angetrieben ist von Angst und Desinformation”, twitterte David. Seine Organisation verwies auf dutzende Gesetzesinitiativen in mehreren US-Bundesstaaten, deren Ziel die Einschränkung von Transgender-Rechten sei.

wa/fw (afp, dpa)




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