Astronaut Maurer startet Ende Oktober zur Internationalen Raumstation | Aktuell Deutschland | DW

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Der Countdown läuft: Wohl Ende Oktober wird der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer das erste Mal ins All aufbrechen. „Nun geht es endlich los“, freute sich der 51-Jährige an diesem Donnerstag in einer Pressekonferenz bei der Europäischen Weltraumagentur in Köln. Er wird dann der zwölfte Deutsche im All und der vierte Deutsche auf der ISS sein, die rund 400 Kilometer über der Erde ihre Bahnen zieht.

So ganz genau lässt sich der Startzeitraum aber noch nicht eingrenzen. Ein Launch hänge von einigen Faktoren ab, so Maurer: „Wie wird das Wetter in Florida sein?“, sei eine Frage. Zudem sei im Kennedy Space Center viel los. Es würde rund fünf Tage dauern, um einen Start konkret vorzubereiten.

Einiges steht aber schon fest. Maurer wird an Bord einer SpaceX Crew Dragon ins All starten – dem brandneuen Raumschiff aus dem Hause des US-Unternehmers Elon Musk. Die Kapsel ist im Vergleich zu früheren Raumschiffen geräumig: Vier Astronauten haben darin Platz. Und so werden Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron von der NASA auf den Sitzen neben Maurer Platz nehmen.

Stundenplan im All

Maurer werde über 100 Experimente machen, 36 davon sind deutsche Experimente, umreißt Walther Pelzer vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt das ambitionierte Arbeitspensum und freut sich: „Deutschland hat bei den Experimenten auf der ISS wieder ein Schwergewicht.“

ESA Astronaut Matthias Maurer unter einem Modell der ISS im Europäischen Astronautenzentrum

Raumfahrer Maurer unter einem Modell der ISS im Europäischen Astronautenzentrum: „Nun geht es endlich los“

Dazu gehört unter anderem ein Anzug zum Muskelaufbau, der durch elektrische Impulse die Muskeln zusätzlich stimulieren soll. „In der Schwerkraft laufen Muskel- und Knochenschwund extrem schnell ab“, erläuterte Pelzer das Phänomen, das alle Raumfahrer plagt.

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Für alle Tests und Untersuchungen gebe es einen „Stundenplan wie in der Schule“, sagte Maurer. Dieser schreibe ihm vor, wann er welches Experiment vornehmen soll. Allerdings gebe es auch klare Prioritäten für das Leben und Arbeiten im Orbit. „Ganz vorn steht das Leben der Astronauten“, betonte der promovierte Werkstoffwissenschaftler, der seit 2015 Teil des ESA-Astronautenkorps ist. Dann komme der Schutz der Raumstation, erst an dritter Stelle folgten die Experimente.

Rauchalarm im Orbit

Dass der Einsatz im All auch nach sechs Jahrzehnten bemannter Raumfahrt alles andere als Routine ist, zeigt eine aktuelle Panne an Bord der Internationalen Raumstation. Wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte, ging während des automatischen Aufladens von Batterien in der Nacht zum Donnerstag um 3.55 Uhr im Modul „Swesda“ („Stern“) ein Rauchmelder los. In einem Livestream der US-Raumfahrtbehörde NASA war außerdem zu hören, wie Kosmonaut Oleg Nowizki den Geruch von verbranntem Plastik schilderte.

Der Geruch zog demnach bis in den amerikanischen Teil der ISS. Unklar war zunächst, woher Rauch und Geruch kamen. Um eine mögliche Rauchbelastung zu verhindern, wurde Roskosmos zufolge ein Filter zur Reinigung der Luft eingeschaltet. Später teilte Kosmonaut Nowizki mit, eine Luftmessung habe keine Verunreinigung angezeigt. Alle Systeme funktionierten normal, die Besatzung habe weiter ihrem Alltag nachgehen können, versicherte Roskosmos.

ESA-Astronaut Matthias Maurer beim Training in Houston

ESA-Astronaut Maurer beim Training in Houston (2019): „Körperlich und mental anstrengend“

Auf Nachfrage der DW sagte der deutsche Astronaut Maurer dazu bei der Pressekonferenz in Köln: „Dass auf der russischen Seite mal ein Rauchmelder losgeht, das ist nichts Neues.“ Im Unterschied zur amerikanischen Seite der ISS funktioniere das System auf der russischen Seite etwas anders. „Dort kommt öfters mal Staub in die Optik, das sind optische Sensoren, und die erzeugen dann erst einmal einen Rauchalarm. Das ist noch kein Feueralarm.“ Die ISS-Besatzung sei für Extremsituationen wie Feuer, einen Druckverlust durch ein Leck oder Gift in der Atemluft natürlich ausgebildet, sagte Maurer.

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Maurer als deutscher Mann auf dem Mond?

Er selbst hat sich fast 13 Jahre lang auf die Reise vorbereitet. Am schwierigsten sei das Training unter Wasser gewesen, bei dem die Astronauten die Arbeit in der Schwerelosigkeit üben. „Das ist körperlich und mental anstrengend“, betonte Maurer, der in den nächsten Tagen zum Start in die USA aufbricht.

Auf die Frage, wie gut die Chancen für Matthias Maurer stehen, später auch einmal auf den Mond zu fliegen, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher, dies sei längst nicht entschieden. Die ESA sei dabei, einen europäischen Astronauten oder eine Astronautin für den Mond vorzubereiten. „Matthias ist ein fantastischer Kandidat dazu.“

AR/se (dw, esa, dpa, afp)




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