Autobranche vor ″größter Transformation″ | Aktuell Deutschland | DW

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Die Automobilbranche in Deutschland hat ihr “Ja” zu ehrgeizigeren Klimaschutzzielen in Europa an den schnelleren Aufbau von Elektro-Ladesäulen geknüpft. “Wenn die EU-Kommission vorschlagen will, die CO2-Werte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zu verschärfen, muss sie zugleich einen detaillierten Ausbauplan für eine Ladeinfrastruktur in ganz Europa vorlegen”, verlangte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Das Bundeskanzleramt erklärte lediglich, bei dem “Autogipfel” habe Einigkeit bestanden, dass dem Klimabeitrag des Verkehrssektors hohe Bedeutung zukomme.

Der Straßenverkehr verursacht in Deutschland rund ein Fünftel der gesamten Treibhausgas-Emissionen, in der Europäischen Union insgesamt ist es ein Viertel. Die EU will erreichen, dass Pkw-Neuwagenflotten bis 2030 etwa 50 Prozent weniger CO2 ausstoßen als heute. Bereits beschlossen ist eine Reduktion um 37,5 Prozent.

Massiver Verlust von Arbeitsplätzen? 

Bei ehrgeizigeren Klimazielen würde sich der Druck für die Hersteller enorm erhöhen, mehr E-Autos zu verkaufen, damit Flottengrenzwerte eingehalten werden können. Die Herstellung solcher Fahrzeuge aber ist weniger beschäftigungsintensiv. Insgesamt arbeiten derzeit in Deutschland rund 850.000 direkte Beschäftigte in der Autoindustrie. “Die Unternehmen stehen vor der größten Transformation in der Geschichte der Automobilindustrie, und wir wollen, dass sie gelingt”, sagte VDA-Chefin Müller.

VDA - Hildegard Müller

Hildegard Müller: Klimaschutzziele und Industriepolitik sollten “zusammengedacht” werden

Die Industriegewerkschaft Metall sieht erhebliche Risiken für Arbeitsplätze in der Automobilbranche und fordert deswegen, den Strukturwandel mit gezielten Förderprogrammen zu unterstützen. Ein geplanter “Zukunftsfonds Automobilindustrie” hat ein Volumen von einer Milliarde Euro, ein Expertenrat soll bis zum Sommer Empfehlungen für die Verwendung der Fördermittel erarbeiten.

Verbrenner auf dem “Sterbebett”?

Der VDA warnte erneut davor, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren “durch die Hintertür” zu schnell aus dem Markt zu drängen. Dabei geht es um die neue “Euro-7-Norm”, die die EU in diesem Jahr festlegen will. Sie legt den erlaubten Ausstoß von anderen Schadstoffen wie Stickstoffdioxid fest. Die bisherigen Überlegungen dazu gehen dem VDA deutlich zu weit. Sie seien technisch kaum umsetzbar, heißt es aus der Branche.

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Die Debatte um mehr Klimaschutz im Verkehr hat zuletzt auch angesichts der Bundestagswahl im Herbst wieder an Fahrt aufgenommen. So wollen etwa die Grünen ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos neu zulassen. Auch Umweltorganisationen meinen, der Verbrenner liege auf dem “Sterbebett”. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) betont hingegen, ein fixes Ausstiegsdatum würge Innovationen bei Benzin- und Dieselmotoren ab, “obgleich hier weiterhin Potenziale liegen”.

wa/fw (dpa, rtr)




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