Bah N′Daw als neuer Präsident Malis vereidigt | Aktuell Afrika | DW

Bah N′Daw als neuer Präsident Malis vereidigt | Aktuell Afrika | DW

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Der 70-jährige ehemalige Verteidigungsminister Bah N’Daw wurde in Malis Hauptstadt Bamako bei einer Zeremonie in das Amt des Präsidenten eingeführt. Der Anführer der Militärjunta, Assimi Goïta, wurde als Vizepräsident vereidigt. An der Zeremonie nahm auch der Vermittler des westafrikanischen Staatenbündnisses Ecowas, Nigerias Ex-Präsident Goodluck Jonathan, teil.

Ecowas forderte Zivilisten

In dem von Terror heimgesuchten westafrikanischen Land putschte Mitte August das Militär Präsident Ibrahim Boubacar Keïta aus dem Amt. Zuvor hatte sich eine starke Oppositionsbewegung gebildet, die dem Staatschef Korruption und schwache Regierungsführung vorwarf. Nach dem Sturz Keïtas übernahm eine Junta aus Offizieren die Macht. Die Ernennung eines zivilen Übergangspräsidenten war eine Bedingung für die Aufhebung von Sanktionen, die die Ecowas nach dem Putsch verhängt hatte. (interner Link: 55017828)

Präsident N’Daw kommt gleichwohl aus dem Militär, und steht diesem wohl immer noch nahe. Er diente seit 1973 als Soldat und machte Karriere in der Luftwaffe. 2014 war N’Daw unter dem nun gestürzten Präsidenten Keïta kurzzeitig Verteidigungsminister.

Christoph Hoffmann | FDP | entwicklungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion (Annette Riedl/dpa/picture-alliance)

Der entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Christoph Hoffmann

N’Daw sei ein Mann, der “über den Dingen steht”, starke Positionen beziehe und während seiner Zeit als Verteidigungsminister “nicht aufgefallen ist durch Korruption”, sagte der entwicklungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Christoph Hoffmann, zuvor bei einem Besuch in Mali. Mehrere Gruppen, mit denen er gesprochen habe, hätten die Ernennung von N’Daw gut geheißen. Trotz seines militärischen Hintergrundes gelte er als ziviler Präsident. Hoffmann sagte aber, “es muss eine Rückkehr zur Demokratie geben und einer zivilen Regierung nach einer gewissen Übergangszeit”.

Bundeswehrsoldaten in Mali im Einsatz

“Das alte Regime Keïta war durch und durch korrupt und diese Korruption hat das Land erdrosselt”, sagte Hoffmann. Die Putschisten hätten erkannt, “dass ihr Land so nicht weiterregiert werden kann”. Dennoch habe man “nie auf der Welt irgendwo gesehen, dass eine Militärregierung erfolgreich regiert hat”.

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In Mali und der Region sind seit Jahren etliche Terrorgruppen aktiv, einige haben dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder dem “Islamischen Staat” (IS) die Treue geschworen. In Mali sind UN- sowie EU-Missionen im Einsatz, an denen sich auch Bundeswehrsoldaten beteiligen.

nob/ww (dpa, epd)




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