Bald humanitäre Hilfe aus Deutschland für Afghanistan? | Aktuell Asien | DW

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Beide Länder seien bereit, „gerade mit Blick auf den nahenden Winter umfangreiche humanitäre Hilfe zu leisten“, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Zu diesem Zweck hätten zwei deutsche Diplomaten und ein niederländischer Diplomat hochrangige Vertreter der Regierung in Kabul getroffen.

Die Delegation bestand demnach aus dem Sonderbeauftragten der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Jasper Wieck, dem designierten deutschen Botschafter in Kabul, Markus Potzel, und dem niederländischen Sondergesandten für Afghanistan, Emiel de Bont. Sie hätten Vize-Regierungschef Abdul Ghani Baradar sowie Außenminister Amir Chan Motaki und Geheimdienstdirektor Abdul Hak Wasik getroffen.

Die Delegation dankte dem Golf-Emirat Katar für die Unterstützung bei dem Besuch. In Katars Hauptstadt Doha sitzt Potzel, der bereits von 2014 bis 2016 Botschafter in Kabul war. Eine Wiederöffnung der deutschen Botschaft in Kabul ist nicht in Sicht.

Afghanistan Kabul | Vize-Regierungschef Abdul Ghani Baradar

Der afghanische Vize-Regierungschef Abdul Ghani Baradar

„Beide Seiten unterstrichen die Bedeutung fortgesetzter operativer Kontakte in den Fragen, in denen eine praktische Zusammenarbeit sowohl erforderlich als auch möglich ist“, erklärte das Auswärtige Amt. Die Taliban-Regierung habe sich bei den Gesprächen dazu bekannt, „humanitären Helfern – einschließlich Helferinnen – einen sicheren und ungehinderten Zugang zu hilfsbedürftigen Gemeinschaften und Menschen zu gewährleisten“. Die Islamisten hätten auch Verständnis dafür gezeigt, „dass der gleichberechtigte Zugang von Mädchen und Jungen zu Bildung eine nationale Notwendigkeit für Afghanistan darstellt“. Sie hätten sich außerdem zu der von ihnen verkündeten Generalamnestie für ihre Gegner bekannt. Die Taliban hätten erneut all jenen Afghanen freie Ausreise zugesichert, die das Land verlassen wollten.

Ausländische Unterstützung unverzichtbar

Afghanistan ist in hohem Maße auf ausländische Hilfen angewiesen, die seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban-Miliz im August stark zurückgefahren wurden. Die Vereinten Nationen haben wiederholt vor einer humanitären Katastrophe in dem Land am Hindukusch gewarnt. Rund die Hälfte der Afghanen ist demnach von „akuter“ Nahrungsmittelknappheit betroffen.

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Die Taliban-Regierung wird international weitgehend nicht anerkannt. Die meisten Länder lehnen eine über das nötigste hinausgehende Zusammenarbeit mit den Extremisten ab. Das Auswärtige Amt betonte nun erneut, dass jegliche Hilfe vom Verhalten der Taliban abhänge. Sie müssten die Menschenrechte achten, ausreisewilligen Bürgern die Ausreise ermöglichen und die „internationale terroristische Bedrohung“ bekämpfen. Man habe entsprechende Zusagen „zur Kenntnis genommen“, erklärte das Amt. „Ein weiteres Engagement hängt von deren Umsetzung ab.“

Die deutsche Botschaft in Kabul war wegen des rasanten Vormarschs der Taliban Mitte August evakuiert worden. Die westlichen Regierungen sind seit der Machtübernahme der militanten Islamisten in einer Zwickmühle. Sie wollen der notleidenden Bevölkerung helfen, zugleich aber jede Unterstützung der international nicht anerkannten Taliban-Regierung vermeiden. Das gilt besonders, weil die Taliban entgegen ihren Zusagen Mädchen und Frauen ausgrenzen. So ist den meisten Schulmädchen der Klassen sieben bis zwölf die Teilnahme am Unterricht untersagt. Die meisten Frauen im öffentlichen Dienst dürfen nun nicht mehr arbeiten. Die Taliban haben von vorübergehenden Maßnahmen gesprochen, sie dauern bislang aber an.

kle/mak (afp, dpa)




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