Belgien schließt fast alle Läden | Aktuell Europa | DW

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Im schwer vom Coronavirus getroffenen Belgien müssen die meisten Geschäfte ab Montag wieder schließen. Ausnahmen gebe es aber, etwa für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo nach einer Krisensitzung in Brüssel. “Das sind die Maßnahmen der letzten Chance.” Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

Ein Besucher pro Woche

Die nächtlichen Ausgangssperren in Belgien bleiben bestehen. Kneipen, Restaurants und Cafés, Kultur- und Sportstätten sind ohnehin bereits geschlossen. Die Kontaktbeschränkungen werden nun weiter verschärft, wie De Croo sagte. Künftig dürfen Belgier demnach nur einen Besucher pro Woche zu Hause empfangen; bei Alleinstehenden sind es zwei. Bislang waren es – mit Maske – vier. Die Schulferien werden bis zum 15. November verlängert. Zum Teil soll es dann mit Fernunterricht weitergehen.

Berufe mit engem Kundenkontakt wie Friseure müssen ihre Arbeit einstellen. Die neuen Regeln sollen zunächst für eineinhalb Monate gelten. Für die geschlossenen Geschäfte soll am 1. Dezember eine Zwischenbilanz gezogen werden. Kunden können aber weiter Waren aus den geschlossenen Geschäften abholen oder sich liefern lassen.

Jeder vierte Test war positiv

In Belgien steigen die Infektionszahlen seit Wochen rasant. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes zählten innerhalb einer Woche zuletzt im Schnitt rund 15.000 Infektionen am Tag – ein neuer Rekord. EU-weit registrierte das Nachbarland innerhalb von zwei Wochen die meisten Infektionen pro 100.000 Einwohner – 1600 nämlich. Das sind neunmal so viele wie in Deutschland.

Jeder vierte Corona-Test fiel in Belgien zuletzt positiv aus. Die bisherigen Maßnahmen haben nicht zu einer Entlastung geführt. Vielmehr verschärfte sich in den vergangenen Wochen die Lage in den Krankenhäusern dramatisch. Die Grenzen der Kapazität wurden mitunter schon erreicht. Zahlreiche Patienten mussten in andere Krankenhäuser transferiert werden. Vier Patienten seien nach Deutschland gebracht worden, sagte Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke. Zuletzt lagen 6187 Patienten mit COVID-19 im Krankenhaus, 1057 von ihnen auf der Intensivstation.

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haz/mak (dpa)




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