Bericht: Äthiopien misshandelt abgeschobene Migranten | Aktuell Afrika | DW

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Betroffen seien Gastarbeiter aus Tigray, die aus Saudi-Arabien abgeschoben wurden. Diese Arbeitsmigranten, die auch in Saudi-Arabien schrecklichen Missbrauch erlebt hätten, seien nach ihrer Ankunft in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba in Haftanstalten gesperrt worden, sagte Nadia Hardman, Spezialistin für Rechte von Flüchtlingen und Migranten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW).

Schläge und Misshandlungen

HRW hat für einen entsprechenden Bericht mit 23 aus Saudi-Arabien abgeschobenen Tigrayern gesprochen. Einige der Rückkehrer seien auch in Haftzentren in der nördlichen Region Afar oder in den Süden Äthiopiens gebracht worden. Dabei gebe es auch Angaben über Schläge und andere Misshandlungen. Oft würden die Familien der festgehaltenen Menschen nicht informiert.

Äthiopien Amhara 2021 | Sicherheitskräfte

Äthiopische Sicherheitskräfte patrouillieren in Amhara

In Äthiopien kommt es seit Beginn des Konflikts zwischen der Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) immer wieder zu willkürlichen Festnahmen von Menschen, die aus dieser Region stammen. Nach Angaben von HRW sollen aus Tigray stammende Gastarbeiter von den Behörden verschleppt und auch an Milizen übergeben worden sein. Zwei dieser Gastarbeiter mussten laut HRW unbezahlte Zwangsarbeit auf Kaffeeplantagen verrichten. 

Vielvölkerstaat droht der Zerfall

In Saudi-Arabien leben Human Rights Watch zufolge rund 6,3 Millionen ausländische Arbeitnehmer. Ein Großteil von ihnen stammt aus armen Ländern wie Äthiopien und erlebt dort häufig Diskriminierung und Misshandlung. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der TPLF begannen vor rund einem Jahr. Die TPLF gab Mitte Dezember einen Rückzug aus umkämpften Gebieten des Landes bekannt. Der Vielvölkerstaat im Osten Afrikas mit seinen 115 Millionen Einwohnern droht durch die anhaltenden Kämpfe zu zerfallen.

nob/se (dpa, kna, epd)




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