Bericht: Verdächtiger im Mordfall Khashoggi festgenommen | Aktuell Europa | DW

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Die französische Grenzpolizei hat in Paris ein mutmaßliches Mitglied des Killerkommandos festgenommen, das für die Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich gemacht wird. Der 33-jährige Khalid A. wurde am Flughafen Roissy festgenommen, als er einen Flug Richtung Riad nehmen wollte, wie aus Justizkreisen verlautete.

Wie der Sender RTL unter Verweis auf die Polizei berichtet, wollte A., ein ehemaliges Mitglied der saudischen königlichen Garde, mit seinem echten Namen und Ausweis einchecken. Nach ihm sei über die internationale Polizeibehörde Interpol aufgrund eines türkischen Haftbefehls wegen Mordes gefahndet worden. Er soll am Mittwoch der Justiz vorgeführt werden.

Saudi-Arabien | Besuch französischer Präsident Emmanuel Macron

Trotz der Vorwürfe gegen Mohammed bin Salman (r.) hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macon den saudischen Kronprinzen kürzlich getroffen

Der regierungskritische Journalist Khashoggi war Anfang Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Er hatte dort einen Termin zur Vorbereitung der Hochzeit mit seiner Verlobten, einer türkischen Staatsbürgerin. Nach offiziellen Angaben aus der Türkei und den USA wartete in der Vertretung ein 15-köpfiges Kommando, ermordete ihn und ließ seine Leiche verschwinden.

Prozess in Saudi-Arabien

Die Regierung in Riad räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein. Nach einem Ende Februar 2021 veröffentlichten Bericht des US-Geheimdienstes hatte Kronprinz Mohammed bin Salman den Einsatz zur Gefangennahme oder Tötung Khashoggis genehmigt. Saudi-Arabien wies dies als falsch zurück. In einem Prozess in Saudi-Arabien wurden fünf Todesurteile verhängt, die später in Haftstrafen umgewandelt wurden.

Macron: Haben über Menschenrechte gesprochen

Trotz der Vorwürfe war Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der vergangenen Woche mit dem saudischen Kronprinzen in Dschidda zusammengetroffen. „Wir konnten natürlich auch die Frage der Menschenrechte ansprechen“, hatte Macron nach seinem Treffen mit bin Salman gesagt. In den kommenden Wochen und Monaten werde sich zeigen, „ob wir in dieser Frage Fortschritte machen“.

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In Istanbul läuft seit weit über einem Jahr ein Prozess gegen 26 Angeklagte in dem Fall. Hauptbeschuldigte sind ein ehemaliger enger Berater des Kronprinzen und der ehemalige stellvertretende Geheimdienstchef des Landes. Ihnen wird vorgeworfen, andere Angeklagte zu Mord unter Folter angestiftet zu haben. Alle Angeklagten sind saudische Staatsbürger. Das Gericht verhandelt in ihrer Abwesenheit.

uh/rb (dpa, afp, rtr)




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