Biden: ″Müssen handeln″ beim Klimaschutz | Aktuell Welt | DW

Biden: ″Müssen handeln″ beim Klimaschutz | Aktuell Welt | DW

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US-Präsident Joe Biden hat die Weltgemeinschaft zu ehrgeizigeren Zielen im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. “Wir müssen handeln – wir alle”, sagte Biden zum Auftakt eines von den USA organisierten virtuellen Klimagipfels. “Die Zeichen sind unübersehbar. Die Wissenschaft ist nicht zu leugnen. Die Kosten des Nichtstuns werden immer höher”, betonte er im Weißen Haus.

Zugleich warb Biden dafür, in Klimaschutzmaßnahmen auch die wirtschaftlichen Chancen zu sehen: So böten die Energiewende, der Ausbau der Elektromobilität und Infrastrukturmaßnahmen die Gelegenheit, Millionen gut bezahlte Jobs zu schaffen.

UN-Generalsekretär António Guterres verlangte von den Staats- und Regierungschefs der Welt ebenfalls mehr Engagement beim Klimaschutz. Nötig sei eine globale Koalition für Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts, und beteiligt werden sollte “jedes Land, jede Region, jede Stadt, jedes Unternehmen und jede Branche”, erklärte Guterres. Unter anderem brauche es Steuern auf den Ausstoß von CO2. Kohle und Öl dürften nicht mehr subventioniert werden und müssten in den Industrieländern bis 2030 auslaufen. “Wir stehen am Rande des Abgrunds”, warnte Guterres.

Klimakonferenz - Bildschirm

An dem Gipfel nehmen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt teil, auch Kanzlerin Merkel (nicht im Bild)

Konferenzbeginn am Earth Day

Der erste der beiden Gipfeltage findet am Earth Day statt, der immer auf den 22. April terminiert ist und auf die Bedeutung von Umweltschutz und nachhaltigem Konsum aufmerksam machen soll. Es wird erwartet, dass Biden ein neues Ziel bei der Verringerung der Treibhausgase seines Landes für 2030 als Beitrag zum Pariser Klimaabkommen verkündet, in das er die USA nach dem Austritt durch seinen Vorgänger Donald Trump zurückgeführt hat. Die neue US-Regierung will den Kampf gegen den Klimawandel ins Zentrum ihrer Außen- und Sicherheitspolitik stellen und eine Vorreiterrolle spielen. Mit einer eigenen neuen Zielsetzung will Washington auch andere Länder zu ehrgeizigeren Absichten bewegen.

Umweltverbände und Wirtschaftsvertreter haben die neue US-Regierung dazu aufgefordert, als neues Klimaziel für 2030 eine Verringerung der Treibhausgase um mindestens 50 Prozent des Niveaus von 2005 anzustreben. Die USA und China sind die weltweit größten Kohlendioxid-Produzenten, so dass es besonders auf ihre Bemühungen ankommt.

Das Kohlekraftwerk Hunter 2 in Castle Dale im US-Bundesstaat Utah

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Von Paris nach Glasgow

Am Mittwoch verpflichtete sich die Europäische Union offiziell zu einer Senkung der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent bis 2030 und eine Wirtschaft ohne neue Klimalasten bis 2050. Will die EU ihre neuen Ziele erreichen, muss sie in den kommenden Jahren ihre Wirtschaft komplett umbauen. Die Hoffnung ist, dass die USA, China und andere große Verschmutzer mitmachen, um die gefährliche Erwärmung der Erde zu stoppen.

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow im November sollen alle Partner des Pariser Klimavertrags offiziell ihre Klimaziele nachschärfen. Andernfalls würde das Vertragsziel verfehlt, die globale Erwärmung bei unter zwei Grad – und möglichst bei nur 1,5 Grad – zu halten. Vergleichsmaßstab ist die vorindustrielle Zeit. Die Corona-Pandemie hatte die Klimadiplomatie der Vereinten Nationen ins Stocken gebracht. Die Konferenz in Glasgow sollte eigentlich schon Ende vergangenen Jahres stattfinden.

2020 das wärmste Jahr in Europa

Das vergangene Jahr war für Europa das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Klimawandeldienst Copernicus (C3S) in London in seinem aktuellen Report mit. So seien Herbst und Winter auf dem europäischen Kontinent nie wärmer gewesen als 2020. Der Winter lag sogar um 3,4 Grad Celsius über dem Durchschnitt der drei Jahrzehnte von 1980 und 2010. Besonders warm war es im Nordosten Europas. 

Auch global zeigt die Temperaturkurve nach oben: 2020 war laut dem C3S-Bericht weltweit eines der drei wärmsten aller bisher erfassten Jahre. Besonders besorgniserregend schreitet demnach die Erwärmung in der sibirischen Arktis voran. Dort lagen die Temperaturen teilweise 6 Grad höher als im Referenzzeitraum. Der weltweite 5-Jahres-Durchschnitt hat mit 1,2 Grad über dem vorindustriellen Wert von 1850 bis 1900 einen neuen Höchststand erreicht. Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf.

wa/sti/gri (dpa, rtr)




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