Biden: Jeder weitere Tag ist ein Risiko | Aktuell Welt | DW

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US-Networks wie ABC hatten in Washington am Nachmittag Ortszeit früh auf die Rede des US-Präsidenten hingewiesen. Ein kleines “eingeklinktes” Bild auf den TV-Bildschirmen zeigte das Weiße Haus mit der Ankündigung, dass Joe Biden in Kürze eine Erklärung abgeben werde. Und als der Präsident zwischen den beiden Fahnen erschien, wurde den Beobachtern schlagartig klar, welche Prioritäten im Weißen Haus gesetzt werden. Denn Biden sprach zunächst über die Bemühungen, die US-Konjunktur anzukurbeln und den Haushalt flottzumachen.

Die Gefahr für die Truppen

Danach erst kam der US-Präsident auf die Lage in Kabul zu sprechen, über die er sich vorher mit den anderen G7-Staaten Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Deutschland in einer Schaltkonferenz abgestimmt hatte. Und erwartungsgemäß blieb Biden dabei: Die USA wollten ihre Truppen nach Möglichkeit bis zum 31. August aus Afghanistan abziehen. Mit Blick auf den Evakuierungseinsatz fügte Biden hinzu: “Je früher wir es abschließen, desto besser.”

Jeder weiterer Tag in Kabul erhöhe das Risiko für die US-Truppen, betonte der Präsident. Dabei verwies er ausdrücklich auf die Gefahr eines Angriffs durch einen örtlichen Ableger der Terrormiliz “Islamischer Staat”, der auch mit den Taliban verfeindet ist. Das US-Militär hat für den Evakuierungseinsatz rund 5800 Soldaten am Flughafen in Kabul – noch.

Afghanistan I Evakuierung von Zivilisten der USA und ihrer Partner aus Kabul

Noch werden Menschen aus Kabul evakuiert. Aber es ist eine Frage von Tagen

Aber: Biden sagte auch, er habe das Außen- und das Verteidigungsministerium angewiesen, Alternativpläne zu erarbeiten, um den Zeitplan des Abzugs anzupassen, falls das nötig sein sollte. Mit Blick auf die G7-Beratungen erläuterte der US-Präsident: “Wir sind uns einig, dass niemand von uns die Taliban beim Wort nehmen wird. Wir werden sie nach ihren Taten beurteilen, und wir werden uns eng über alle Schritte abstimmen.” Entscheidend sei etwa, ob die Taliban internationalen Verpflichtungen nachkämen und verhinderten, dass Afghanistan als “Basis für Terrorismus” genutzt werde. Und entscheidend dürfte nach Einschätzung von Beobachtern auch das Verhalten der Taliban in den nächsten Tagen sein.

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Keine Fragen zugelassen

Mit der Hilfe der USA seien seit dem 14. Juli insgesamt 70.700 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen worden, lässt der US-Präsident wissen. Und als er mit seinen Ausführungen am Ende ist, verlässt er den Raum mit den Kameras, ohne eine einzige Frage zu beantworten.

ml/fw (dpa, ap, rtr, ABC, CBSN)




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