Biden und Macron legen U-Boot-Streit bei | Aktuell Welt | DW

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Nach dem diplomatischen Eklat wegen eines U-Boot-Geschäfts haben US-Präsident Joe Biden und der französische Staatschef Emmanuel Macron bei einem Treffen in Rom versöhnliche Töne angeschlagen. Biden entschuldigte sich nicht ausdrücklich bei Macron, ließ aber Zerknirschung erkennen.

Die Art und Weise, wie ein neues Sicherheitsbündnis mit Australien eingefädelt worden sei, sei „ungeschickt“ gewesen, sagte Biden. Er habe damals den Eindruck gehabt, dass Paris schon lange vor der Ankündigung des Paktes informiert worden sei, erläuterte der 78-Jährige.

Frankreich sei aber ein „extrem, extrem geschätzter Partner“, betonte der US-Präsident bei dem Treffen in der französischen Vatikan-Botschaft. „Wir haben keinen älteren, keinen loyaleren, keinen anständigeren Verbündeten als Frankreich.“ Das Land teile die „gleichen Werte“ wie die USA. Frankreich hatte wegen des ohne Absprache verkündeten Sicherheitsbündnisses einen milliardenschweren Rüstungsauftrag verloren.

Macron wiederum begrüßte „konkrete Entscheidungen“, die als Reaktion auf den Streit getroffen worden seien. „Für mich leitet das wirklich einen Vertrauensprozess ein.“ Macron betonte: „Wir haben geklärt, was wir klären mussten.“ Jetzt gehe es darum, „in die Zukunft zu blicken“. Europa sei auch bereit, bei der Sicherheit des Indopazifiks mit den USA zu kooperieren.

Zu dem Streit zwischen den NATO-Partnern kam es, als die USA im September mit Großbritannien und Australien ein neues Sicherheitsbündnis für den Südpazifik bekanntgaben, das auch den Bau von Atom-U-Booten für Australien umfasst. Dass Australien daraufhin ein lange geplantes milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen ließ, sorgte für empörte Reaktionen in Paris.

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Frankreich hatte sogar zeitweise seine Botschafter in den Partnerländern abgezogen. In dem Streit stellten sich auch die EU-Spitzen und Deutschland hinter Frankreich. Bundesaußenminister Heiko Maas bezeichnete das Vorgehen der USA als „irritierend“ und „ernüchternd“. Der Pakt für den Indopazifik wurde auch als deutliches Signal angesichts von Chinas zunehmendem Machtanspruch in der Region bewertet. Peking reagierte empört auf die Ankündigung.

Privataudienz bei Papst Franziskus

Biden war anläßlich des G20-Gipfels, der am Samstag startet, nach Rom gekommen. Dort war er vor seinem Treffen mit Macron von Papst Franziskus zu einer Privataudienz empfangen worden. Biden, ein gläubiger Katholik, und seine Frau Jill hatten mehr als eine Stunde lang im Apostolischen Palast mit Franziskus  gesprochen. Die Unterredung fand hinter verschlossenen Türen statt.

Außerdem traf sich Biden mit dem italienischen Staatschef Sergio Mattarella und Regierungschef Mario Draghi. Am Montag wird Biden zur UN-Klimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow weiterreisen.

uh/se (dpa, afp)




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