Biden will mit Gipfel Vorreiter beim Klimaschutz werden | Aktuell Welt | DW

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US-Präsident Joe Biden kommt an diesem Donnerstag mit 40 Staats- und Regierungschefs zu einem Online-Klimagipfel zusammen. Das zweitägige Treffen soll die Dringlichkeit und den wirtschaftlichen Nutzen von stärkeren Klimaschutzmaßnahmen auf dem Weg zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen im November in Glasgow unterstreichen. Unter den Teilnehmern sind unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der russische Präsident Wladimir Putin, Chinas Staatschef Xi Jinping und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro.

Konferenzbeginn am Earth Day

Der erste Gipfeltag findet am Earth Day statt, der immer auf den 22. April terminiert ist und auf die Bedeutung von Umweltschutz und nachhaltigem Konsum aufmerksam machen soll. Es wird erwartet, dass Biden ein neues Ziel bei der Verringerung der Treibhausgase seines Landes für 2030 als Beitrag zum Pariser Klimaabkommen verkündet, in das er die USA nach dem Austritt durch seinen Vorgänger Donald Trump zurückgeführt hat. Die neue US-Regierung will den Kampf gegen den Klimawandel ins Zentrum ihrer Außen- und Sicherheitspolitik stellen und eine Vorreiterrolle spielen. Mit einer eigenen neuen Zielsetzung will Washington auch andere Länder zu ehrgeizigeren Absichten bewegen.

Das Kohlekraftwerk Hunter 2 in Castle Dale im US-Bundesstaat Utah

Energiepolitik der alten Art: Das Kohlekraftwerk Hunter 2 in Castle Dale im US-Bundesstaat Utah

Umweltverbände und Wirtschaftsvertreter haben die neue US-Regierung dazu aufgefordert, als neues Klimaziel für 2030 eine Verringerung der Treibhausgase um mindestens 50 Prozent des Niveaus von 2005 anzustreben. Die USA und China sind die weltweit größten Kohlendioxid-Produzenten, so dass es besonders auf ihre Bemühungen ankommt.

Von Paris nach Glasgow

Am Mittwoch verpflichtete sich die Europäische Union offiziell zu einer Senkung der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent bis 2030 und eine Wirtschaft ohne neue Klimalasten bis 2050. Will die EU ihre neuen Ziele erreichen, muss sie in den kommenden Jahren ihre Wirtschaft komplett umbauen. Die Hoffnung ist, dass die USA, China und andere große Verschmutzer mitmachen, um die gefährliche Erwärmung der Erde zu stoppen.

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Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow sollen alle Partner des Pariser Klimavertrags offiziell ihre Klimaziele nachschärfen. Andernfalls würde das Vertragsziel verfehlt, die globale Erwärmung bei unter zwei Grad – und möglichst bei nur 1,5 Grad – zu halten. Vergleichsmaßstab ist die vorindustrielle Zeit. Die Corona-Pandemie hatte die Klimadiplomatie der Vereinten Nationen ins Stocken gebracht. Die Konferenz in Glasgow sollte eigentlich schon Ende vergangenen Jahres stattfinden.

 

2020 das wärmste Jahr in Europa

Das vergangene Jahr war für Europa das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Klimawandeldienst Copernicus (C3S) in London in seinem aktuellen Report mit. So seien Herbst und Winter auf dem europäischen Kontinent nie wärmer gewesen als 2020. Der Winter lag sogar um 3,4 Grad Celsius über dem Durchschnitt der drei Jahrzehnte von 1980 und 2010. Besonders warm war es im Nordosten Europas. 

Auch global zeigt die Temperaturkurve nach oben: 2020 war laut dem
C3S-Bericht weltweit eines der drei wärmsten aller bisher erfassten
Jahre. Besonders besorgniserregend schreitet demnach die Erwärmung in der
sibirischen Arktis voran. Dort lagen die Temperaturen teilweise 6 Grad höher als im Referenzzeitraum. Der weltweite 5-Jahres-Durchschnitt hat mit 1,2 Grad über dem vorindustriellen Wert von 1850 bis 1900 einen neuen Höchststand
erreicht. Der Klimawandeldienst der EU erstellt monatlich Berichte über die
Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf.

sti/gri (dpa, rtr)




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