Blutige Bandenkämpfe in Gefängnis in Ecuador | Aktuell Amerika | DW

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Mit Pistolen, Macheten und auch Sprengsätzen sind die Mitglieder rivalisierender Banden in einem Gefängnis in dem südamerikanischen Land aufeinander losgegangen. Es geht um die Kontrolle über die Haftanstalt in der Wirtschaftsmetropole Guayaquil und kriminelle Geschäfte. Die Beteiligten richteten ein Blutbad an. Nach Behörden-Angaben wurden mehr als 115 Menschen getötet und etwa 80 verletzt. Laut Staatsanwaltschaft wurden mindestens sechs Insassen enthauptet. Unter den Verletzten sind zwei Polizisten.

Spezialeinsatzkräfte der Polizei brachten die Haftanstalt nach stundenlangen Bandenkämpfen wieder unter ihre Kontrolle. Soldaten richteten eine Sicherheitszone um die Haftanstalt ein, um die Arbeit der Ermittler und Forensiker abzusichern.

Ecuador I Gefängnisaufstand

Verletzte werden in umliegende Krankenhäuser gebracht

Der Polizeichef von Guayaquil, Fausto Buenaño, sagte, ein Sturm der Polizei auf das Gebäude in der Haftanstalt Guayas N1 habe noch „mehr Tote“ verhindert. Im Online-Dienst Twitter kündigte der ecuadorianische Präsident Guillermo Lasso an, mit einem Sicherheitskomitee über die Lage zu beraten. Banden gelinge es immer wieder, Waffen in das Gefängnis zu schmuggeln, räumte der Leiter des Strafvollzugs, Bolivar Garzón, ein.

Zahlreiche Angehörige von Häftlingen warteten vor der Haftanstalt, in der Sorge, dass ihre Familienmitglieder unter den Opfern sind. „Wir wollen Informationen, weil wir nichts über unsere Angehörigen wissen, unsere Söhne“, sagte eine Frau, die anonym bleiben wollte.

Ecuador I Gefängnisaufstand

Banges Warten auf Information über Familienangehörige

In den chronisch überfüllten ecuadorianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Nach Angaben des ecuadorianischen Ombudsmanns für Menschenrechte wurden im vergangenen Jahr in Gefängnissen in dem Land 103 Menschen getötet.

Ecuador I Gefängnisaufstand

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Polizisten im Innenbereich des Gefängnisses versuchen, die Ordnung aufrechtzuerhalten

In diesem Jahr kamen bereits rund 180 Gefängnisinsassen in Ecuador bei blutigen Ausschreitungen ums Leben. Dass Häftlinge Waffen in die Haftanstalten schmuggeln können, führen Experten auf die verbreitete Korruption unter dem Wachpersonal zurück.

In Ecuador gibt es insgesamt 65 Gefängnisse, die Platz für rund 30.000 Insassen bieten. Tatsächlich befinden sich in den Anstalten derzeit aber insgesamt rund 39.000 Häftlinge.

qu/sti (afp, dpa, ap)




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