Brände auf griechischer Insel Euböa wüten weiter | Aktuell Europa | DW

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Die griechische Feuerwehr kämpft mit ausländischer Unterstützung den zwölften Tag in Folge gegen enorme Wald- und Buschbrände, besonders in vielen Gebieten der Insel Euböa, Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Mehrere Hundert Häuser waren dort in den vergangenen Tagen bereits zerstört worden.

Nun bedrohen die Flammen auch die Ortschaften Ellinika, Vasilika und Psaropouli. Am Sonntagmorgen wurden erneut Bewohner von einem Strand der nördlich von Athen gelegenen zweitgrößten griechischen Insel gerettet. Die Menschen waren dort von Flammen eingekesselt worden, wie die Nachrichtenagentur ANA berichtete. An der Küste sind Militär- und Fährboote in Alarmbereitschaft, sollten weitere Evakuierungen notwendig werden.

Griechenland | Waldbrände in Athen

Erschöpfte Helfer bei Athen

Die Löscharbeiten auf der überwiegend gebirgigen und zerklüfteten Insel sind schwierig, auch wegen der vielen steilen Abhänge. Auf Euböa sind fast 500 Feuerwehrleute und zahllose Bürger im Einsatz. Die Anwohner versuchten, mit Traktoren Schneisen zu schlagen und so das Übergreifen der Flammen auf ihre Häuser zu verhindern. In weiten Teilen ist der Strom ausgefallen.

Auf der südwestlichen Halbinsel Peloponnes brennt es weiterhin in den Bezirken Elis und Messenien und in der Gemeinde Anatoliki Mani. Die Brände nördlich der Hauptstadt Athen konnten hingegen gelöscht werden. Das Feuer, das dort seit Dienstag in mehreren Ortschaften gewütet hatte, ist nach Angaben der Feuerwehr nicht mehr aktiv.

Feuerwehren aus mindestens zehn Ländern löschen mit

Zunehmend erreichen Helfer aus dem Ausland die Brandgebiete in Griechenland. Mehr als 200 ukrainische und rumänische Feuerwehrleute sind bereits vor Ort im Einsatz. Samstagabend kamen zwei Hubschrauber samt Besatzung aus Ägypten an. Deutschland will 200 Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks schicken. Knapp 60 Helfer aus Nordrhein-Westfalen sind mit einem Konvoi aus 19 Fahrzeugen auf dem Weg. Hilfe wurde auch aus Polen, der Slowakei, Tschechien, Großbritannien, Katar und Kuwait zugesagt.

Griechenland | Waldbrände: Löscharbeiten in Peloponnese Region

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Löscharbeiten nahe der antiken Stätten von Mykene auf dem Pelepones

Mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad Celsius erleben Griechenland und die benachbarte Türkei derzeit eine außergewöhnliche Hitzewelle. In der Türkei hat sich die Lage in der besonders betroffenen Provinz Antalya nach starken Regenfällen deutlich entspannt. Zuletzt waren noch sechs Brände außer Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich derzeit hauptsächlich auf die westtürkische Provinz Mugla, wo heftiger Wind die Löscharbeiten behindert.

Ausmaß der Brände weltweit größer als in der Vergangenheit

Aus Italien melden die Einsatzkräfte landesweit rund 800 Einsätze wegen Waldbränden. Landwirtschaft und Naturschutzgebiete seien zunehmend betroffen, heißt es in einer Erklärung des Präsidenten des Verbands für Parks und Naturreservate. Besonders die geschützten Areale des Aspromonte Nationalparks im süditalienischen Kalabrien und des Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo seien “im Klammergriff verheerender Brände”, sagte Giampiero Sammuri. Der Agrarverband Coldiretti warnte vor den Schäden für die Landwirtschaft durch die Feuer und die anhaltende Dürre, vor allem im Süden des Mittelmeerlandes. Der Ertrag beim Weizen könnte um zehn Prozent zurückgehen, während Experten bei Obstsorten wie Kirschen, Pfirsichen und Nektarinen mit einem Rückgang um teilweise bis zu 50 Prozent rechnen, verglichen mit einem normalen Vegetationsjahr.

WS USA Dixie Fire brennt weiter

“Dixie Fire” in Kalifornien – auf der anderen Seite der Erdkugel, aber genauso verheerend

Knochentrockenes und brütend heißes Wetter macht auch anderen Weltregionen zu schaffen. In Sibirien im Norden Russlands stehen seit Wochen riesige Flächen in Flammen. Insgesamt haben die Waldbrände in diesem Jahr in Russland fast 15 Millionen Hektar Land verbrannt. Auch der Westen der USA und Kanadas ist betroffen. Bis Ende Juli wurden im US-Bundesstaat Kalifornien bereits 250 Prozent mehr Fläche durch Brände zerstört als im gesamten Jahr 2020. Im Zusammenhang mit dem “Dixie Fire” genannten Großbrand, der seit Mitte Juli im Norden Kalifornien wütet, werden derzeit mindestens fünf Menschen vermisst. Es handelt sich um Bewohner der ausgebrannten früheren Goldgräber-Stadt Greenville. Die massiven Rauchwolken des “Dixie Fire” sind sogar auf Satellitenbildern aus dem Weltraum aus zu sehen.

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qu/mak (dpa, afp)




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