Brasilien bekommt den vierten Gesundheitsminister | Aktuell Amerika | DW

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Jair Bolsonaro hat den derzeitigen Präsidenten der Brasilianischen Gesellschaft für Kardiologie, Marcelo Queiroga, eingeladen, das brasilianische Gesundheitsministerium zu übernehmen. Das gab der rechtsextreme Staatschef auf Twitter bekannt. Queiroga soll den Amtsinhaber, General Eduardo Pazuello, ersetzen, der über keine Erfahrung aus dem medizinischen Bereich verfügt. Bis zur Amtsübernahme würden noch zwei bis drei Wochen vergehen, sagte Bolsonaro bei einem Treffen mit Anhängern im Präsidialpalast. Brasilien erhält somit bereits den vierten Ressortchef in der Pandemie und während der Amtszeit Bolsonaros. Vor Pazuello hatten bereits Luiz Henrique Mandetta und Nelson Teich das Amt inne.

Als Gesundheitsminister eilte der angebliche Logistik-Experte Pazuello von einer Panne zur nächsten. So gab es bei der Beschaffung und der Verteilung der Corona-Impfstoffe immer wieder Probleme, was zu Spannungen mit Gouverneuren und Bürgermeistern führte. Brasilien hat erst im Januar mit Impfungen begonnen, bisher wurden nur 4,5 Prozent der Bevölkerung geimpft. Wegen des Zusammenbruchs der Sauerstoffversorgung in Krankenhäusern der Amazonasregion im Januar wird sogar gegen Pazuello ermittelt.

Brasilien Gesundheitsminister Eduardo Pazuello bei der Ankündigung des Erwerbs von Covid-19-Impfstoffe

Nach kurzer Amtszeit abgelöst: Gesundheitsminister Eduardo Pazuello

Brasilien ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder der Erde. 11.519.609 Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 279.286 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Mehr als 2000 Corona-Tote täglich

In der vergangenen Woche erfasste das Land erstmals mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag. Das Gesundheitssystem ist vielerorts zusammengebrochen. Die Nachrichten aus Städten, in denen die Auslastung der Intensivbetten 100 Prozent erreicht hat oder Hunderte Patienten auf ein Intensivbett warten, häufen sich. Präsident Bolsonaro, der das Coronavirus von Anfang an verharmlost hatte, zieht mittlerweile auch den Sinn einer Impfung in Zweifel. Nach der Rückkehr des beliebten linken Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva auf die politische Bühne hat der Rechtspopulist jedoch seinen Ton gemildert. 

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Pazuello hatte kurz vor der Bekanntgabe seiner Entlassung erklärt, die brasilianische Regierung habe 100 Millionen Dosen des Vakzins von Pfizer und Biontech sowie 38 Millionen Dosen des Mittels von Johnson & Johnson bestellt. Die Beschleunigung der Impfungen dürfte eine der Hauptaufgaben Queirogas sein. Lula, 75, hatte sich am Samstag impfen lassen. Bolsonaro hat bisher noch nicht bestätigt, ob er sich auch impfen lassen werde. 

kle/bri (dpa, afp, kna)




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