Brasilien meldet schrecklichen Rekord | Aktuell Amerika | DW

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Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Brasilia gab die genaue Zahl der Todesopfer mit 4195 an. An den Vortagen waren die Zahlen deutlich niedriger. Medienberichten zufolge wurden nun auch zahlreiche Todesfälle aus den Osterfeiertagen nachgemeldet.

Die Zahl zeigt trotzdem, wie sehr die Menschen in Brasilien unter den Pandemie leiden, denn bisher hatten lediglich die USA mehr als 4000 Tote pro Tag gemeldet. Und das, obwohl in Brasilien mit 211 Millionen Einwohnern rund ein Drittel weniger Menschen leben als in den USA. Insgesamt sind in Brasilien damit fast 337.000 Menschen an oder mit dem Corona-Virus gestorben.

Mediziner schlagen Alarm

Man sei in einer “entsetzlichen Situation”, sagte die Epidemiologin Ethel Maciel von der Espirito Santo Federal University der Nachrichtenagentur afp. Sie forderte einen “wirksamen Lockdown für mindestens 20 Tage”. Dies sei angesichts der derzeitigen Impfgeschwindigkeit der “einzige Weg, die extrem schnelle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen”. Bisher haben erst rund zehn Prozent der Brasilianer eine zumindest erste Corona-Impfstoffdosis erhalten. Zum Vergleich: US-Präsident Biden will noch in diesem Monat jedem US-Bürger ein Angebot für eine Impfung machen.

Brasilien | Menschen in überfüllten Krankenhäusern

Die Krankenhäuser in Brasilien sind zunehmend überfüllt

Neue Virus-Variante P1 verschärft Situation

Das brasilianische Gesundheitssystem leidet massiv unter der aktuellen Infektionswelle. In 18 der 27 Bundesstaaten sind laut dem Gesundheitsinstitut Fiocruz die Intensivstationen zu mehr als 90 Prozent belegt. In fast allen anderen liegt die Auslastung der Intensivstationen demnach bei mehr als 80 Prozent. Experten führen die dramatische Infektionslage teilweise auf die vor kurzem neu entdecket Corona-Variante P1 zurück. Auch Deutschland versucht, dem Land zu helfen und hat vor kurzem  Beatmungsgeräte nach Brasilien geschickt.

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Der rechtsradikale Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Angesichts zunehmender Kritik an seinem Krisenmanagement gerät aber auch er unter immer größeren Druck. In der vergangenen Woche besetzte er sechs Kabinettsposten neu, nachdem er zuvor bereits seinen inzwischen vierten Gesundheitsminister ernannt hatte. Zudem berief der Präsident drei neue Oberbefehlshaber für Heer, Marine und Luftwaffe. In Brasilien gibt es immer wieder Spekulationen, Bolsonaro könnte mit Hilfe von Militärs gegen die demokratischen Institutionen vorzugehen versuchen.

bru/uh (dpa / afp)
 




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