Bundespräsident Steinmeier erhält Leo-Baeck-Medaille | Aktuell Amerika | DW

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Steinmeier wurde vom Leo Baeck Institut in New York für sein langjähriges Engagement für den Erhalt und die Förderung jüdischen Lebens in Deutschland ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Stephen Lauder.

„Für mich, für uns Deutsche ist die Versöhnung ein unendlich kostbares Geschenk“, sagte Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung in New York. „Aber es bleibt zerbrechlich, es bleibt antastbar, und es wird angetastet, Tag für Tag“, erklärte er mit Blick auf judenfeindliche Angriffe wie den Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019. Es beschäme ihn, dass sich der Antisemitismus in Deutschland in den letzten Jahren wieder offener zeige. In seiner Dankesrede betonte das deutsche Staatsoberhaupt: „Wir dürfen in Deutschland keinen Antisemitismus dulden!“ Dafür werde er weiter kämpfen, als Staatsoberhaupt und als Mensch, sagte er laut Redemanuskript.

Steinmeier empfindet nach eigenen Worten „Dankbarkeit und Demut für das Wunder der Versöhnung, das mir und meinem Land zuteil geworden ist“. Er würdigte in seiner Rede insbesondere den Einsatz von Holocaustüberlebenden wie Margot Friedländer und Roman Kent: „Sie haben ihr Leben dem Kampf gegen das Vergessen gewidmet, und das über die Grenzen und Kontinente hinweg“.

Weder Schlussstrich noch Relativierung

Verantwortung vor der Geschichte sei Teil der deutschen Identität, betonte Steinmeier laut Redemanuskript. Sie kenne weder Schlussstrich noch Relativierung. „Es ist meine tiefe Überzeugung: Nur wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland wieder vollkommen zu Hause sind, sich vollkommen sicher fühlen, nur dann ist Deutschland ganz bei sich.“ Der Bundespräsident fügte hinzu, er widme seine Auszeichnung all den Menschen, die ihm und Deutschland die Hand gereicht hätten – Jüdinnen und Juden, Überlebenden der Shoa und ihren Nachfahren.

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Steinmeier erinnerte auch an den Namensgeber der Auszeichnung, den liberalen Rabbiner Leo Baeck (1873-1956), der kurz nach dem Ende des Krieges wenig Chancen für jüdisches Leben in Deutschland sah. „So viel Mord, Raub und Plünderung, soviel Blut und Tränen und Gräber können nicht mehr ausgelöscht werden“, hatte Baeck einst gesagt. Diese bittere Analyse habe Steinmeier selbst immer als Verpflichtung verstanden, dazu beizutragen, dass es über alle Abgründe hinweg ein neues jüdisches Leben in Deutschland geben könne.

Leo Baeck

Der Namensgeber der Auszeichnung: der ehemalige Berliner Oberrabbiner Leo Baeck

Vorbild für jüdische Gläubige

Baeck ist wegen seines sozialen und politischen Engagements zum Vorbild für die jüdische Glaubensgemeinschaft geworden. Das Forschungsinstitut für deutsch-jüdische Geschichte mit Hauptsitz in New York würdigt mit der Medaille seit 1979 jährlich Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die gemeinsame deutsch-jüdische Kultur verdient gemacht haben. Bisherige deutsche Preisträgerinnen und Preisträger waren unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ex-Außenminister Joschka Fischer, die ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Joachim Gauck sowie der Verleger Axel Springer.

Seine Rede beim Besuch der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Anfang Juli bezeichnete Steinmeier als einen der „bewegendsten Momente“ seiner Amtszeit. Besonders würdigte er den Einsatz des damaligen israelischen Präsidenten Reuven Rivlin für die Verständigung zwischen den Staaten: „Die Hand, die Reuven Rivlin uns, den Deutschen, die er mir persönlich zur Versöhnung gereicht hat, sie erfüllt mich mit einer Dankbarkeit, die ich nur schwer in Worte fassen kann.“

kle/mak (afp, kna, epd)




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