Bundespräsident Steinmeier gedenkt der Pandemie-Toten | Aktuell Deutschland | DW

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Mit einer zentralen Gedenkfeier gedachten die Spitzen des Staates in Berlin der an COVID-19 verstorbenen Menschen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte zu dem staatlichen Gedenkakt eingeladen. Dem Akt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ging am Vormittag ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche voraus.

Das Leiden bleibt unsichtbar

In seiner Gedenkansprache warnte der Bundespräsident davor, das Leid in der Corona-Pandemie zu verdrängen. Täglich würden die Menschen auf Infektionsraten und Todeszahlen blicken und sie vergleichen und bewerten. “Aber mein Eindruck ist, dass wir uns als Gesellschaft nicht oft genug bewusst machen, dass hinter all den Zahlen Schicksale, Menschen stehen”, sagte Steinmeier. Das Leiden und Sterben sei in der Öffentlichkeit oft unsichtbar geblieben. “Eine Gesellschaft, die dieses Leid verdrängt, wird als ganze Schaden nehmen”, warnte der Bundespräsident.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche an

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche an

Steinmeier hatte zu dem Staatsakt eingeladen, um innezuhalten und der Menschen zu gedenken, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Zugleich wollte er aber auch an diejenigen erinnern, die aufgrund der Kontakteinschränkungen einsam gestorben sind, auch ohne selbst mit dem Virus infiziert gewesen zu sein.

Steinmeier würdigt Ärzte und Pfleger

“Sie alle fehlen – in ihren Familien und Freundeskreisen, in der Nachbarschaft, im Kreis der Kollegen, in unserer Gesellschaft”, sagte der Bundespräsident. Sie alle kämen nicht zurück. “Aber sie bleiben in unserer Erinnerung. Wir vergessen sie nicht.” Es zerreiße das Herz und mache “unendlich traurig”, zu wissen, dass Menschen sterben mussten “ohne ein letztes zärtliches Wort, einen letzten liebevollen Blick, einen letzten Händedruck”.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterhält sich in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterhält sich in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

In seiner Rede erinnerte der Bundespräsident zudem an Ärzte und Pfleger, die Tag und Nacht um jedes Leben kämpften. Er dankte all jenen, “die in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in der Seelsorge und in Hospizen bis zuletzt für Sterbende da sind, die versucht haben, ihnen trotz allem einen Abschied in Würde zu ermöglichen”. Nicht wenige hätten sich dabei selbst angesteckt, einige seien gestorben. “Wir verneigen uns mit Respekt vor ihrem selbstlosen Engagement.”

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“Gesellschaft darf nicht auseinandertreiben”

Steinmeier appellierte daran, über Schmerz, Leid und Wut zu sprechen, sich aber nicht in Schuldzuweisungen und im Blick zurück zu verlieren: “Sammeln wir noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie, den wir gehen wollen und gehen werden, wenn wir ihn gemeinsam gehen.” Die Pandemie, die zum Abstand zwinge, dürfe nicht auch noch die Gesellschaft auseinandertreiben.

Coronavirus | Berlin Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche | Gedenken für Covid-Opfer

Am Vormittag feierten die Teilnehmer des Corona-Gedenktages einen ökumenischen Gottesdienst

Bei beiden Veranstaltungen war die Zahl der Teilnehmer wegen der weiter angespannten Pandemielage stark begrenzt. Teilgenommen haben fünf Menschen, die Angehörige verloren haben, und die Spitzen der fünf Verfassungsorgane – neben Steinmeier Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haseloff (alle CDU) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth.

Seit Beginn der Pandemie sind etwa 80.0000 Menschen in Deutschland an oder mit dem Virus gestorben.

nob/pg (dpa, afp, kna, epd)




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