Charité: Symptome bei Alexej Nawalny gehen zurück | Aktuell Europa | DW

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Gut eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny spricht die Berliner Charité von “rückläufigen” Symptomen. Nawalnys Zustand sei aber “unverändert ernst”. Er liege weiter im künstlichen Koma und werde maschinell beatmet, teilte die Klinik mit. “Akute Lebensgefahr” bestehe nicht, “eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung” seien bisher nicht absehbar.

Der 44-jährige Kreml-Kritiker war in der vergangenen Woche auf einem Inlandsflug in Russland zusammengebrochen und zunächst in Sibirien behandelt worden, ehe er nach Berlin gebracht werden konnte. Die deutschen Ärzte gehen nach Auswertung klinischer Befunden bereits seit Anfang dieser Woche davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde. Die konkrete Substanz sei bisher nicht bekannt, hieß es.

Alexej Nawalny bei einer Kundgebung in Moskau (29.02.2020) (Getty Images/AFP/K. Kudryavtsev)

Kremlkritiker Nawalny bei einer Kundgebung in Moskau (29.02.2020)

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte dagegen am Donnerstag erklärt, es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass gegen Nawalny “eine vorsätzliche Straftat” begangen wurde. Man habe die Berliner Charité gebeten, ihre Untersuchungsergebnisse zur Verfügung zu stellen.

Merkel zieht Parallelen

Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt derweil eine europäische Reaktion auf den Vorfall an. Sie verwies darauf, dass es nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien eine gemeinsame Antwort gegeben habe. Damals wiesen fast 30 westliche Verbündete russische Diplomaten aus.

Zunächst brauche man aber mehr Klarheit über die Hintergründe, sagte Merkel auf ihrer Sommerpressekonferenz in Berlin. Die Zusammenarbeit mit Russland bei der Erdgaspipeline Nord Stream 2 solle davon unberührt bleiben. “Dieses wirtschaftlich getriebene Projekt jetzt mit der Frage Nawalny zu verbinden, halte ich für nicht sachgerecht.”

Das Magazin “Der Spiegel” berichtet, die Charité habe die Bundeswehr um Hilfe ersucht, die in München ein Institut für Pharmakologie und Toxikologie betreibt. Die Anfrage deute darauf hin, dass die Spezialisten von einem chemischen Kampfstoff ausgehen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte dazu lediglich, es seien mehrere Dienststellen der Bundeswehr mit dem Fall Nawalny befasst. Details könne er nicht bestätigen.

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jj/AR (dpa, afp, rtr)




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