China verbannt ″feminine Männer″ aus dem Fernsehen | Aktuell Asien | DW

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Die Nationale Radio- und Fernsehbehörde (NRTA) greift weiter massiv in die TV-Unterhaltungsindustrie des Landes ein. Sie forderte die Fernsehanbieter auf, künftig keine männlichen Darsteller „mit einem weiblichen Stil und andere abnormale Ästhetik“ zu zeigen. Es solle ein „patriotisches, tugendhaftes und künstlerisches Ethos“ in der Unterhaltungsindustrie geschaffen werden. Die Auswahl der Schauspieler und Gäste in den Sendern soll zudem sorgfältig kontrolliert werden. „Ungesunde Inhalte“ und ein „deformierter Geschmack“ wie eine „verweichlichte Ästhetik“ müssten in den Programmen beendet werden.

Die Fernsehstationen sollten sich an „politische Qualität, moralischen Charakter und künstlerische Standards als Auswahlkriterien“ halten, so die klare Vorgabe aus Peking. Künstler mit „inkorrekten politischen Positionen“ seien von Programmen auszuschließen. Die Regulierung von Kulturprogrammen werde verschärft. Gegen als ungesund empfundene Inhalte werde ebenso vorgegangen wie gegen hohe Gehälter der Stars und Steuerhinterziehung.

Die Anweisung wendet sich offenbar gegen einen Trend zu einem eher weiblichen oder androgynen Aussehen von Sängern oder Schauspielern. Den Behörden sind offenbar chinesische Popstars suspekt, die sich vom eleganten bis mädchenhaften Auftreten südkoreanischer und japanischer Stars beeinflussen lassen. 

Kontrolle – für die Partei oberste Priorität

Das reiht sich ein in eine ganze Serie von Maßnahmen, durch die die Behörden ihre Aufsicht über viele Branchen verschärfen – von der Technologie bis zur Bildung. So wurden in dieser Woche neue Regeln eingeführt, nach denen unter 18-Jährige nur noch eine Stunde jeden Freitag sowie an Wochenend- und Ferientagen mit Online-Spielen verbringen dürfen. Damit reagierten die Aufseher auf die wachsende Sorge, dass immer mehr Jugendliche eine Spielsucht entwickeln können, hieß es zur Begründung.

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Alles, was nach Meinung der allein regierenden Kommunistischen Partei gegen ihre Grundwerte verstößt, wird zunehmend rigoros unterbunden, um die staatliche Kontrolle über die Gesellschaft zu stärken. Bereits seit geraumer Zeit wird gegen eine „unmoralische“ Pop-Kultur vorgegangen, die laut Peking junge Menschen auf Abwege führt. Es gab Kritik an obsessiven Fans und angeblich schlechten Vorbildern.

Zudem versuchen chinesische Behörden auch angesichts sinkender Geburtsraten, Jugendlichen traditionellere Männlichkeitsvorstellungen mitzugeben. Behörden und staatliche Medien forderten in den vergangenen Monaten, dass Jungen männlicher werden müssten. Zugleich wurden männliche Stars kritisiert, die sich stark schminken und so ein weibliches Image vermitteln würden.

qu/AR (dpa, rtr, afp, ap)




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