Chinas Präsident Xi reist überraschend in Unruhe-Region Tibet | Aktuell Asien | DW

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Der staatliche Fernsehsender CCTV zeigte, wie Xi Jinping beim Verlassen seines Flugzeugs am Flughafen von Nyingchi eine Menschenmenge mit chinesischen Flaggen und traditioneller tibetischer Kleidung begrüßte. Dem Bericht zufolge war der Staatschef bereits am Mittwoch in der Region angekommen, ohne dass dies offiziell angekündigt wurde.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet, flog Xi in die Stadt Nyingchi und fuhr am Donnerstag mit dem Zug in die tibetische Hauptstadt Lhasa. Dabei nutzte er die Hochbahn, die gebaut worden war, um die bergige Grenzregion mit der Provinz Sichuan zu verbinden. In Lhasa besuchte Xi ein Kloster und den Potala-Palastplatz und informierte sich vor Ort über den Schutz des tibetischen Kulturerbes. Der Palast ist die traditionelle Heimat des geistigen Führers des tibetischen Buddhismus, des Dalai Lama. Dieser lebt seit vielen Jahren im Exil und wird von Peking als gefährlicher Separatist betrachtet.

Xi war bereits zwei Mal auf offizieller Reise in der Unruhe-Region: 1998 als Parteichef der Provinz Fujian und 2011 als Vizepräsident. Xis aktueller Aufenthalt ist zugleich der erste Besuch eines chinesischen Staatschefs in Tibet seit über drei Jahrzehnten. Zuletzt war Präsident Jian Zemin im Jahr 1990 dort gewesen.

Gespanntes Verhältnis

Tibet hat seit Jahrhunderten ein gespanntes Verhältnis zu China. Nach phasenweiser Unabhängigkeit hatte China immer wieder die Kontrolle über die Bergregion übernommen. 1951 besetzte die Volksrepublik das Gebiet und beherrscht die autonome Region und die angrenzenden Provinzen, in denen ebenfalls viele Tibeter leben, bis heute mit harter Hand.

1959 kam es zum Aufstand, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Der Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, floh daraufhin nach Indien und gründete in Dharamsala die tibetische Exilregierung. Viele Exil-Tibeter werfen der chinesischen Regierung vor, ihre Kultur und Religion gewaltsam zu unterdrücken. Zuletzt war es Jahr 2008 in der Region zu Unruhen mit vielen Todesopfern gekommen.

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Hohe Investitionen

Die Führung in Peking gibt an, Tibet 1951 “friedvoll befreit” und dann Infrastruktur und Bildung in die unterentwickelte Region gebracht zu haben. Heute investiert China enorme Summen in die wirtschaftliche Entwicklung der Himalaya-Region.

Tibet, das an Chinas Grenze zu Indien liegt, hat für die chinesische Führung hohe strategische Bedeutung. Im vergangenen Jahr gab es an der umstrittenen Himalaya-Grenze zwischen beiden Ländern schwere Zusammenstöße mit etlichen Todesopfern auf beiden Seiten. Die Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte anlässlich des aktuellen Besuchs Fotos, die Xi in Begleitung von General Zhang Youxia, des stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission Chinas, zeigen. Peking unterhält seit langem eine starke Sicherheitspräsenz in der Unruheregion.

kle/sti (dpa, rtre, ape)




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