Chinesische Corona-Bloggerin muss in Haft | Aktuell Asien | DW

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Eine chinesische Journalistin, die über die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in der Millionenmetropole Wuhan berichtet hatte, ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil gegen Zhang Zhan erging bei einem kurzen Gerichtstermin in Shanghai, wie einer ihrer Verteidiger mitteilte.

Die 37-Jährige wurde schuldig gesprochen, mit ihren Berichten “Streit geschürt und Unruhe gestiftet” zu haben. Die bekannte Bloggerin und frühere Rechtsanwältin hatte die Reaktion der Behörden auf SARS-CoV-2 kritisch beleuchtet. Im Mai wurde sie festgenommen, im Juni trat sie in einen Hungerstreik. Nach Angaben ihrer Anwälte ist ihr Gesundheitszustand “extrem schlecht”.

Rigorose Abschottung

Das Coronavirus war Ende 2019 in Wuhan erstmals beim Menschen festgestellt worden. Innerhalb weniger Wochen verbreitete es sich massiv. Im Januar riegelten die Behörden zunächst die Millionenmetropole, später die gesamte Provinz Hubei ab. Inzwischen ist der Erreger in der ganzen Welt verbreitet.

Screenshot Youtube | China Journalistin Bloggerin Zhang Zhan

Ihre Videos wurden in sozialen Netzwerken vielfach geteilt: Zhang Zhan (Archivbild)

In China konnte das Virus durch rigorose Abschottungs- und Quarantänemaßnahmen weitgehend zurückgedrängt werden. Die Führung des Landes rühmt ihren Kampf gegen das Virus seit Monaten als Erfolgsgeschichte. Kritische Stimmen werden zum Schweigen gebracht. Außer Zhang nahm die Polizei mindestens drei weitere Blogger fest, die die Ereignisse in Wuhan aufgegriffen hatten.

Der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge gehört China zu den Ländern mit den meisten Journalisten und Bloggern im Gefängnis. In der Rangliste zur globalen Pressefreiheit liegt das Land auf einem der hintersten Plätze. Die politische Führung behindert auch ausländische Journalisten in ihrer Arbeit: Immer wieder werden Korrespondenten wegen kritischer Berichterstattung ausgewiesen.

“Ihr ‘Verbrechen’ war die Flucht aus einer Tyrannei”

Unterdessen forderten die USA die Regierung in Peking auf, unverzüglich mehrere Menschen freizulassen, die nach einem Fluchtversucht inhaftiert worden sind. Deren sogenanntes Verbrechen habe darin bestanden, einer “Tyrannei” entfliehen zu wollen, erklärte die US-Botschaft in der Volksrepublik. Die zwölf Personen waren in chinesischen Gewässern festgenommen worden, nachdem sie versucht hatten, von der Sonderverwaltungszone Hongkong nach Taiwan zu gelangen.

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jj/as (dpa, afp)

 




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