Containerschiff ″Ever Given″ ist teilweise frei | Aktuell Welt | DW

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Die im Suezkanal gestrandete “Ever Given” ist teilweise freigelegt. Die beiden Webseiten Myshiptracking und Vesselfinder zeigten übereinstimmend, dass sich das Heck des Schiffes vom Westufer des Kanals weg bewegte. Die Kanalbehörde erklärte, man habe die “Ever Given” “zu 80 Prozent” in die gewünschte Richtung gedreht. Das Heck des Frachters sei inzwischen 102 Meter vom Ufer entfernt. Zuvor habe der Abstand lediglich vier Meter betragen. Nun müsse das Schiff in einen breiteren Abschnitt der Wasserstraße geleitet werden.

Das Schifffahrtsunternehmen Inch Cape Shipping Services hatte zuvor auf Twitter mitgeteilt, der Frachter der Reederei Evergreen sei wieder flott; er werde derzeit gesichert. 

“Freuen Sie sich nicht zu früh”, sagte Peter Berdowski, Chef des Unternehmens Boskalis, das an der Bergung der “Ever Given” beteiligt ist. Die gute Nachricht sei, dass das Heck in die Fahrrinne gebracht werden konnte. Der Bug, also der vordere Teil, dürfte allerdings noch eine Menge Arbeit machen. Denn der liege “wie ein Wal auf dem Strand”. Die Experten hofften, das Schiff mit Hilfe eines weiteren Schleppers im Laufe des Tages völlig zu befreien. Sollte das misslingen, müssten möglicherweise doch Container abgeladen werden, so Berdowski im niederländischen Sender NPO Radio 1.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte bereits angeordnet, etliche der tonnenschweren Container von Bord zu hieven, falls die “Ever Given” anders nicht wieder auf Kurs käme. Ein solches Unterfangen – mitten in der Wüste, ohne die Infrastruktur eines Hafens – würde vermutlich Tage oder gar Wochen in Anspruch nehmen.

Ägypten | Suezkanal blockiert | Containerschiff Ever Given

Die “Ever Given” am Samstag im Luftbild

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht bisher keine Entwarnung für die Lage am Suezkanal. Der CSU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Nach der direkten Rückmeldung von vor Ort ist das Schiff noch nicht frei.” Ein weiterer Saugbagger, der unter dem Bug den Sand wegspülen solle, dürfte erst am Dienstag eintreffen. “Wir analysieren gerade die Auswirkung des Staus bei so vielen betroffenen Schiffen auf die Logistik, besonders für die Lieferketten”, sagte Scheuer.

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Die Flut bei Vollmond in der Nacht zu diesem Montag half den Bergungsteams, die seit Tagen versuchen, das Schiff mit Hilfe von Schleppern und Baggern wieder auf Kurs zu bringen. Der Druck auf die Verantwortlichen wächst, derweil mehr als 400 Schiffe auf Durchfahrt warten, darunter zahlreiche Öltanker. Der wirtschaftliche Schaden ist jetzt schon immens: Schätzungen des Versicherungskonzerns Allianz belaufen sich – mit Blick auf den gesamten Welthandel – auf mehrere Milliarden Dollar pro Tag.

Entscheidender Ölkorridor

Das knapp 400 Meter lange Schiff eines japanischen Eigentümers war in Richtung Rotterdam unterwegs, als es am Dienstag beim Durchfahren des Kanals mit zwei Lotsen an Bord auf Grund lief. Seither ist die Wasserstraße blockiert. Wann sie wieder freigegeben wird, ist noch offen.

Der 193 Kilometer lange Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und verkürzt den Weg zwischen Asien und Europa erheblich. 2020 durchfuhren nach Angaben der Kanalbehörde SCA fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße. Sie ist der entscheidende Korridor für Rohöl und Importwaren nach Europa.

Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge fahren 98 Prozent der Containerschiffe durch den Kanal, wenn sie zwischen Deutschland und China unterwegs sind. Etwa acht bis neun Prozent der gesamten deutschen Warenimporte und -exporte gehen durch dieses Nadelöhr. Für Ägypten wiederum stand nicht nur das eigene Image auf dem Spiel: Laut SCA entgingen dem Land durch die Blockade auch Durchfahrtsgebühren bis zu 14 Millionen Dollar (knapp 12 Millionen Euro) pro Tag.

jj/se (dpa, rtr, twitter)




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