COP26: ″Wir müssen jetzt handeln!″ | Aktuell Welt | DW

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„Es ist eine Minute vor Mitternacht und wir müssen jetzt handeln!“, will der britische Regierungschef Boris Johnson als Gastgeber laut vorab verbreiteten Redetextauszügen den Teilnehmern der Weltklimakonferenz (COP26) zurufen. Die Menschheit habe beim Klima lange auf Zeit gespielt.

Auf der Rednerliste in Glasgow stehen neben Johnson unter anderen auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres, die Präsidenten der USA und Frankreichs, Joe Biden und Emmanuel Macron, und die Spitzen der Europäischen Union. Für Deutschland wird die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Statement abgeben.

Mit Xi Jinping und Wladimir Putin fehlen allerdings die Staatschefs zweier großer Treibhausgas-Emittenten – China und Russland. Mit Spannung wird erwartet, ob der indische Regierungschef Narendra Modi an diesem Montag ehrgeizigere Klimaziele für sein Land ankündigt. Dies könnte den Druck vor allem auf China erhöhen.

Kein starkes Signal aus Rom

Am vergangenen Wochenende hatte sich die wichtige G20-Gruppe, die für einen Großteil klimaschädlicher Emissionen verantwortlich zeichnet, in Rom nur auf einen Minimalkonsens einigen können. Das Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, wurde zwar bekräftigt. Ein Zieldatum wurde jedoch nicht genannt.

Joe Biden (l.) und Boris Johnson in Rom

Steckten in Rom die Köpfe zusammen: Joe Biden (l.) und Boris Johnson

Auch bei der angestrebten CO2-Neutralität konnten sich die Staaten nicht auf ein konkretes Datum verständigen. Diese soll nun „bis zur oder um die Mitte des Jahrhunderts“ erreicht werden. Widerstand gab es vor allem von Schwellenländern und von Staaten mit großer Produktion fossiler Energien.

Klima-Aktivisten und Umweltverbände kritisierten die Kompromisse als unzureichend. Auch Guterres zeigte sich enttäuscht: „Ich verlasse Rom mit unerfüllten Hoffnungen – aber wenigstens sind sie nicht beerdigt“, twitterte der UN-Generalsekretär. COP26-Gastgeber Johnson ergänzte: „Wenn Glasgow scheitert, dann scheitert die ganze Sache.“

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Deutschland möchte Brückenbauer sein

Die geschäftsführende deutsche Umweltministerin Svenja Schulze sieht Deutschland bei der Weltklimakonferenz in der Rolle eines Brückenbauers. „Wir haben die Expertise, die Erfahrung und die Vertrauensbasis, die Fortschritte auf solchen Konferenzen möglich machen“, sagte Schulze der Zeitung „Rheinische Post“. Deutschland könne anderen Ländern im Kampf gegen den Klimawandel helfen – finanziell, aber auch mit Erfahrungen. Sie betonte auch, Deutschland komme mit einem starken neuen und rechtsverbindlichen Klimaziel nach Glasgow: „Wir werden 2045 klimaneutral, das sind fünf Jahre früher als die EU.“

UK Glasgow | Protest vor COP26

Ebenfalls nach Glasgow gereist: Klimaaktivisten mit einer klar formulierten Botschaft

Zum Start der Konferenz in der schottischen Großstadt hatte UN-Klimachefin Patricia Espinosa am Sonntag gewarnt, ein Weiter-so beim Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase komme einer „Investition in unsere eigene Auslöschung“ gleich. Und der britische Präsident der COP26, Alok Sharma, sagte, das Fenster, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, schließe sich. „Diese internationale Konferenz muss liefern.“

Das 1,5-Grad-Ziel kann nach Ansicht von Experten nur dann erreicht werden, wenn die weltweiten CO2-Emissionen bis zum Ende dieses Jahrzehnts halbiert werden und spätestens 2050 Klimaneutralität erreicht wird. Laut Erkenntnissen der Vereinten Nationen steuert die Erde derzeit aber auf eine Erwärmung um 2,7 Grad in diesem Jahrhundert zu.

wa/sti (afp, dpa, epd)




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