COP26: Glasgow geht in die Verlängerung | Aktuell Welt | DW

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Stundenlange Debatten über ein weltweites Stoppsignal für die Kohle und über mehr Hilfszahlungen an arme Länder haben den Abschluss der Weltklimakonferenz in Glasgow ausgebremst. Neue Textentwürfe für die Abschlusserklärung der COP26 sollen am Samstagmorgen (Ortszeit) vorgelegt werden, wie es aus Verhandlungskreisen hieß. Zu Ende gehen könnte der Gipfel dann wohl frühestens am Samstagnachmittag – statt wie ursprünglich geplant am Freitagabend.

Während einigen Staaten die angepeilten Beschlüsse zu weit gehen, sind sie anderen nicht ehrgeizig genug. Umweltverbände warnten vor Verwässerungen in der Abschlusserklärung in letzter Minute.

„Gefährliche Luftnummer“

So wurde der in einer früheren Fassung formulierte Aufruf zum Ausstieg aus der Kohle und aus der Subvention fossiler Energien auf Druck von Schwellenländern zuletzt schon abgeschwächt. Im jüngsten Entwurf bezog er sich nur noch auf „ineffiziente“ Subventionen sowie auf Kohlekraftwerke, deren CO2-Emissionen nicht abgeschieden und gespeichert werden können.

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Der deutsche Greenpeace-Chef Martin Kaiser erklärte, die Schlupflöcher beim Thema Kohle und Subventionen müssten dringend geschlossen werden. „Ansonsten wird Glasgow eine gefährliche Luftnummer.“ Jetzt sei der Moment gekommen, in dem Deutschlands geschäftsführende Umweltministerin Svenja Schulze das Gewicht der viertgrößten Wirtschaftsnation in die Verhandlungen bringen müsse.

Schulze selbst sprach am Freitagabend – trotz aller offenen Punkte – von „guten Fortschritten“. Unter anderem begrüßte sie die zahlreichen Klimaschutz-Initiativen, die in den vergangenen Tagen außerhalb der regulären Verhandlungen von der britischen Konferenz-Präsidentschaft auf den Weg gebracht wurden.

„Nicht mehr eine leere Hülle“

Grundsätzlich anerkannt wurde auf dem Gipfel die Notwendigkeit, den globalen Treibhausgasausstoß bis 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 zu drosseln, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen zu können. Die Konkretisierung der nötigen Minderung gilt als wesentlicher Fortschritt.

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Als Lichtblick wurde auch ein bereits formulierter Aufruf an die Industrieländer gewertet, ihre Hilfen für ärmere Staaten zur Anpassung an den Klimawandel zu verdoppeln. Dabei geht es etwa um Zerstörungen und erzwungene Umsiedlungen nach Dürren, Sturmfluten oder Wirbelstürmen. Da diese Verdopplung nun bis 2025 gefordert werde, sei dieser Appell „nicht mehr eine leere Hülle“, erklärte Oxfam, ein internationaler Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. .

wa/bru (dpa, afp, epd)




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