Corona aktuell: Johnson will Lockerungen verkünden | Aktuell Welt | DW

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Der britische Premierminister Boris Johnson will an diesem Montag einen Plan für das Ende des wochenlangen Corona-Lockdowns in England vorstellen. Johnson hat bereits einen “vorsichtigen, aber unwiderrufbaren” Ausstieg angekündigt. Bekannt ist, dass Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen vom 8. März an wieder Besuche eines ausgewählten Verwandten oder Freundes empfangen dürfen. Erwartet wird, dass zum selben Termin die Schulen öffnen sollen. Zudem könnten zunächst Treffen zweier Haushalte im Freien sowie Outdoor-Aktivitäten wie Golf oder Tennis möglich sein. “Unsere Priorität ist es immer gewesen, Kinder zurück in die Schule zu bringen, da dies entscheidend für ihre Bildung und ihre mentale und körperliche Gesundheit ist”, sagte Johnson. Für Einzelhandel und Gastronomie dürfte es noch länger dauern, bis sie wieder öffnen dürfen.

Weil die Gesundheit zu den Aufgaben der Regionalregierungen gehört, kann Johnson nur für den größten Landesteil England entscheiden, während Schottland, Wales und Nordirland ihre Corona-Maßnahmen eigenständig festlegen. In England gilt seit dem 5. Januar der bereits dritte Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Europas.

Erfolgreiche Massenimpfungen

Die Regierung setzt auf Massenimpfungen. Über 17 Millionen Menschen haben seit Dezember im Vereinigten Königreich, das eine Bevölkerung von 67 Millionen hat, die erste Impfdosis erhalten. Damit ist bereits jeder dritte Erwachsene geimpft. In Großbritannien sollen alle Erwachsenen bis Ende Juli ihre erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten können. Alle über 50-Jährigen sollen dabei bereits bis Mitte April eine erste Impfung angeboten bekommen, wie die Regierung in London mitteilte. Damit wird der ambitionierte Zeitplan nochmals beschleunigt: Bisher waren die Zielmarken die Impfung aller über 50-Jährigen bis Mai und aller Erwachsenen bis September.

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Die Infektionslage hat sich in Großbritannien in den vergangenen Wochen deutlich verbessert, bleibt aber auf recht hohem Niveau. Am Sonntag wurden 9.834 neue Fälle gemeldet. Die Kurve der Neuinfektionen sinkt seit Anfang Januar recht kontinuierlich. Zuletzt zählte das Land in den vergangenen sieben Tagen 124 neue Fälle pro 100.000 Einwohner. In Deutschland lag diese Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag knapp über 60.

USA gedenken der Corona-Todesopfer

US-Präsident Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris wollen an diesem Montag (Ortszeit) der Hunderttausenden Toten in der Corona-Pandemie in den USA gedenken. Zum Sonnenuntergang (Dienstag 00.15 Uhr MEZ) würden Biden und Harris mit ihren Ehepartnern im Südportal des Weißen Hauses eine Schweigeminute halten, zudem sollen Kerzen entzündet werden, teilte die Regierungszentrale mit. Vorher ist eine Ansprache von Biden im Weißen Haus geplant. Die USA könnten am Montag einen weiteren düsteren Meilenstein in der Pandemie erreichen und die Schwelle von 500.000 Corona-Toten überschreiten. In keinem anderen Land der Welt sind in absoluten Zahlen so viele Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 bekannt.

Australien beginnt mit Impfungen

In Australien hat die Impfkampagne gegen das Coronavirus begonnen. Das Fernsehen zeigte, wie in den Millionenmetropolen Sydney und Melbourne die ersten Spritzen mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer an Mitarbeiter des Gesundheitswesens und von Quarantäne-Einrichtungen verabreicht wurden. Am Sonntag war bereits Premierminister Scott Morrison öffentlich geimpft worden – diese Aktion sollte unterstreichen, dass der Impfstoff sicher ist. In Australien gibt es eine lautstarke Minderheit, die gegen die Impfungen wegen angeblicher Gesundheitsrisiken Front macht.

Australien | Coronavirus | Premierminister Scott Morrison

Premierminister Scott Morrison erhält seine erste Corona-Impfdosis

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In dieser Woche sollen 60.000 Menschen in Australien geimpft werden. Zu der ersten Gruppe in der Impfreihenfolge gehören neben Mitarbeitern des Gesundheitswesens und von Quarantäne-Hotels auch Polizisten sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Trotz der Proteste zeigen Umfragen, dass sich 80 Prozent der Australier gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Australien ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen. Unter den 25 Millionen Einwohnern wurden bisher rund 29.000 Infektions- und etwa 900 Todesfälle verzeichnet. Die Behörden hatten nach Ausbruch der Pandemie rasch die Landesgrenzen geschlossen. Zudem wurden wiederholt rigorose Lockdowns im Land verhängt, zuletzt in Melbourne.

Corona-Beschränkungen in Auckland enden

In Auckland, der größten Stadt Neuseelands, laufen an diesem Montag die Corona-Restriktionen wieder aus. Das teilte Premierministerin Jacinda Ardern mit. Wegen drei Neuinfektionen war in Auckland ein dreitägiger Lockdown verhängt worden. Außerdem hatte Ardern eine landesweite Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz angeordnet.

Coronavirus Neuseeland | Auckland vor Lockdown

Eine leere Bar in Auckland

Wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen ist Neuseeland bislang gut durch die Pandemie gekommen. In dem Inselstaat im Südpazifik mit knapp fünf Millionen Einwohnern gab es nur 2001 Fälle und 26 Tote. Am Samstag hatte Neuseeland mit Impfungen gegen das Corona-Virus begonnen. Zunächst wurden besonders gefährdete Bürger, Reiserückkehrer, Grenzbeamte und Beschäftigte in Quarantäne-Einrichtungen geimpft.

Guterres geißelt “Impfnationalimus”

UN-Generalsekretär António Guterres hat das Versagen der Welt angeprangert, die ersten zur Verfügung stehenden Impfstoffe gerecht – also auch an ärmere Länder – zu verteilen. “Eine Gleichbehandlung mit Impfstoffen ist schlussendlich eine Frage der Menschenrechte”, sagte Guterres zu Beginn der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats. “Impfnationalismus verweigert diese Rechte.” Nur zehn Länder hätten 75 Prozent der vorhandenen Impfstoffe verwendet, mehr als 130 Länder hätten noch nicht eine einzige Dosis erhalten. Das sei ein moralisches Versagen, sagte Guterres.

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Menschenrechte seien unter Beschuss, weil unter dem Vorwand der Pandemie zivile Rechte eingeschränkt und Kritiker zum Schweigen gebracht würden, sagte Guterres. Neonazis und Rassisten nutzten die Pandemie aus, um sozialen Unfrieden zu schüren und Zulauf zu gewinnen. “Wir brauchen weltweit koordiniertes Vorgehen, um diese große und wachsende Gefahr zu bannen.” Der Rat tagt drei Mal im Jahr in Genf. Wegen der Corona-Pandemie findet das gut vierwöchige Treffen dieses Mal fast ausschließlich online statt. Die Redebeiträge werden per Video eingespielt.

kle/rb (afp, rtr, dpa)




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