Corona-Expertenrat macht sich Sorgen | Aktuell Deutschland | DW

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Wenn infolge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen in Deutschland eine zu hohe Hospitalisierungsrate erreicht werde, könnten weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle künftig notwendig werden, schreibt der Corona-Expertenrat in einer einstimmig verabschiedeten Stellungnahme, die von der Bundesregierung veröffentlicht wurde. Diese Maßnahmen „sollten daher jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können“. Zudem fordern die 19 Ratsmitglieder unter Verweis auf das „hochdynamische Infektionsgeschehen“ eine „strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen“.

Durch bestehende Kontaktreduktionen und das besonnene Verhalten der Bürger sei der international beobachtete steile Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zunächst verlangsamt worden, glauben die Fachleute. Der Expertenrat erwartet dennoch, in der Spitze könnten auch hierzulande Sieben-Tages-Inzidenzen „von mehreren Tausend regional erreicht werden“. Das Ausmaß der Klinikbelastung werde entscheidend von den Inzidenzen bei ungeimpften Erwachsenen und den über 50-Jährigen abhängen. Noch seien diese vergleichsweise niedrig, es seien aber Infektionen in die Gruppe der Älteren getragen worden.

„Gefährdung der medizinischen Versorgung“

Durch die Ausbreitung der Omikron-Virusvariante sei mit „sehr vielen“ neuen Corona-Patienten in den Krankenhäusern zu rechnen, so die Einschätzung des Expertenrates. Zusammen mit dem Ausfall infizierten Personals werde es zumindest regional zu einer Einschränkung der Gesundheitsversorgung kommen, heißt es in einer Passage, die mit „Gefährdung der medizinischen Versorgung“ überschrieben ist. Härtere Corona-Maßnahmen waren bisher stets mit der Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems begründet worden.

Deutschland Coronavirus | Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf

Der Expertenrat befürchtet, dass viele leere Krankenhausbetten bald wieder belegt sein könnten

Die Hospitalisierungsrate in Deutschland hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) zuletzt mit 3,77 angegeben. Auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle lag der Wert über 15. Er gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner in einer Woche mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gebracht werden. Die Zahl der binnen eines Tages registrierten Neuinfektionen wurde vom RKI am Samstagmorgen mit rund 135.000 angegeben (Inzidenz 772,7). Omikron gilt zwar als hochansteckend, führt im Schnitt zu weniger dramatischen Krankheitsverläufen.

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„Licht am Ende des Tunnels“

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert derweil von Bund und Ländern, einen Corona-Lockerungsplan nach Stufen zu entwickeln. Es müsse „bereits jetzt eine Exitstrategie vorbereitet werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „In den Nachbarländern können wir verfolgen, dass die Pandemie irgendwann ihren Höhepunkt erreicht haben wird und dann die Zahlen drastisch und schnell wieder sinken.“

Deutschland Gerd Landsberg Städte- und Gemeindebund

Gerd Landsberg möchte einen Stufenplan für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schätze, dass dieser Punkt in Deutschland etwa Mitte Februar erreicht sein werde, so Landsberg weiter. „Deshalb wäre es klug, bereits jetzt festzulegen, wann welche Beschränkungen in welcher Reihenfolge unter welchen Voraussetzungen zurückgefahren werden können. Das wäre zugleich ein wichtiges Hoffnungssignal an die Bevölkerung, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt.“

wa/ack (afp, rtr, dpa)




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