Corona-Live-Ticker vom 17. April – Gesundheitsminister Spahn: Ausbruch ist beherrschbar geworden | Aktuell Welt | DW

Corona-Live-Ticker vom 17. April – Gesundheitsminister Spahn: Ausbruch ist beherrschbar geworden | Aktuell Welt | DW

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Die Meldungen im Einzelnen – alle Zeiten in MESZ

10.35 Uhr – Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, kündigt an, dass demnächst auch in Deutschland die klinische Prüfung eines Impfstoffes anläuft. Weltweit seien derzeit vier klinische Prüfungen gestartet worden, sagt Cichutek bei einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn. In Kürze werde auch eine erste klinische Prüfung in Deutschland beginnen. Nicht die Zulassung eines Impfstoffes dauere lange, sondern die Entwicklung, um zu einem wirksamen, aber auch verträglichen Impfstoff zu kommen.

10.25 Uhr – Das Robert-Koch-Institut will die Virus-Tests “strategisch besser einsetzen”, wie RKI-Präsident Lothar Wieler in einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn sagt. Derzeit seien rund neun Prozent aller Tests positiv. “Wir werden in Zukunft vermehrt in Altenheimen und Pflegeheimen testen können, um zu verhindern, dass Patienten und Pflegende infiziert werden”, sagt Wieler. Es sei nach wie vor entscheidend, Infektionsketten zu unterbrechen.

10.20 Uhr – Mit 4069 Neuinfektionen gibt es in Russland erneut einen Rekordanstieg von neuen Coronavirus-Fällen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Ansteckungen binnen 24 Stunden auf 32.007, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldet. Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Russland begann in diesem Monat stark anzusteigen, nachdem die Behörden in der Frühphase des Ausbruchs weit weniger Infektionen registriert hatten als viele Länder in Westeuropa.

10.11 Uhr – Die Koalition in Schleswig-Holstein erlaubt auch Geschäften in Einkaufszentren ab dem 20. April die Öffnung. Sie müssen ein spezielles Hygienekonzept vorlegen und den Zugang regulieren, um eine Überfüllung zu verhindern, wie die Landesregierung in Kiel beschließt. Für Läden gilt die von Bund und Ländern festgelegte maximale Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter – diese kann aber auch durch eine Verkleinerung der Ladenfläche erreicht werden

10.07 Uhr – Der Industrieverband BDI fordert in der Corona-Krise von der Politik Planungssicherheit. “Sie muss sich jetzt darauf vorbereiten, was sie beim nächsten Checkpoint entscheidet”, sagt BDI-Präsident Dieter Kempf mit Blick auf weitere Lockerungen der zur Virus-Eindämmung verhängten Einschränkungen. Die Politik müsse auch ein Klima-Konjunkturpaket vorbereiten und Unternehmen steuerlich entlasten.

10.06 Uhr – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zieht eine positive Zwischenbilanz in der Virus-Krise. “Der Ausbruch ist – Stand heute – wieder beherrschbar und beherrschbarer geworden”, sagt der CDU-Politiker in Berlin. Seit dem 12. April gebe es täglich eine höhere Zahl der Genesenen als der Neuinfizierten. Das Gesundheitssystem sei “zu keiner Zeit bis hierhin überfordert” gewesen.

09.45 Uhr – Die Bundesregierung wird nach Angaben von Außenminister Heiko Maas später entscheiden, ob und wie sich Deutsche finanziell an den Rückholaktionen aus dem Ausland beteiligen müssen. Es gebe zwar die Regelung, dass eine Kostenbeteiligung im Rahmen eines normalen Economy-Tickets nötig sei. “Wir haben das jetzt erst einmal zurückgestellt, weil wir überhaupt keine Zeit haben, uns mit solchen Verwaltungsfragen auseinanderzusetzen”, fügt Maas aber hinzu. “Wir werden diese Entscheidung irgendwann treffen, wie wir mit den Kosten umgehen, ob und wie Menschen beteiligt werden, die diese Rückholflieger benutzt haben.” Größere Rückholaktionen gebe es noch aus Südafrika und Neuseeland.

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9.30 Uhr – Bei einer Aufhebung der weltweiten Reisewarnung plädiert Bundesaußenminister Heiko Maas für eine europaweite Abstimmung. “Ich würde mir wünschen, dass wir ein koordiniertes Vorgehen zumindest innerhalb der EU hinbekommen”, sagt er und verweist auf entsprechende Gespräche. In Deutschland werde man die Sachlage Ende April erneut prüfen. Alle EU-Staaten hätten letztlich dasselbe Problem angesichts des eingeschränkten Flugverkehrs, der Ausgangssperren in vielen Ländern und auch der Frage, ob Staatsbürger bei einer Reise überhaupt wieder ins eigene Land zurückkehren könnten.

9.15 Uhr – Nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump hat auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Ausdruck gebracht. Bei der von Trump einberufenen Videoschalte der G7 Staats- und Regierungschefs habe Macron betont, dass die WHO die zentrale Rolle mit Blick auf alle Staaten, internationalen Institutionen und Programme spielen müsse, die sich mit Impfstoffen, Gesundheit und der Stärkung der Gesundheitssysteme befassen, teilte der Élyséepalast mit. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich hinter die Arbeit der WHO gestellt. Macron habe außerdem an die Notwendigkeit erinnert, den am stärksten gefährdeten Ländern, insbesondere in Afrika, massive Hilfe zu leisten, um die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu bewältigen. 

8.32 Uhr – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Pakistan einen Notkredit in Höhe von knapp 1,4 Milliarden US-Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) gewährt. Wie der IWF in Washington mitteilte, habe der Ausbruch von COVID-19 erhebliche Auswirkungen auf die pakistanische Wirtschaft. Mit der Finanzhilfe könne das Land mehr Geld für Gesundheit ausgeben und auch Geberländer der Entwicklungshilfe entlasten. Die pakistanische Wirtschaft leidet unter hohen Haushaltsdefiziten, einer zweistelligen Inflationsrate sowie niedrigen Steuereinnahmen. Premierminister Imran Khan hatte Ende März bereits ein nationales Finanzpaket von 1,2 Billionen pakistanischen Rupien (rund 6,6 Milliarden Euro) angekündigt. 

8.27 Uhr – In Myanmar sollen in der Corona-Krise mehr als ein Viertel der Gefängnisinsassen freigelassen werden. Das betrifft etwa 25.000 Häftlinge, wie das Präsidialbüro mitteilte. Unter den Begnadigten sind demnach auch 87 Ausländer. In dem südostasiatischen Land werden jedes Jahr am Neujahrstag im April tausende Häftlinge begnadigt – allerdings waren es noch nie so viele wie in diesem Jahr. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete die Gefängnisse in Myanmar als “schrecklich überfüllt und unhygienisch”. Demnach sitzen derzeit fast 100.000 Menschen in den Haftanstalten, die nur Platz für 62.000 Insassen bieten. 

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7.49 Uhr – Dank der ergriffenen Maßnahmen hat Deutschland die erste Welle des Coronavirus-Ausbruchs nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gut bewältigt. Jetzt gelte es, mit der Vorhaltung von 25 bis 30 Prozent der Intensiv- und Beatmungsbetten für COVID-19-Patienten weiter vorbereitet zu sein, aber im Gesundheitssystem auch den Regelbetrieb wieder anzufahren, sagt der CDU-Politiker. Ab Anfang Mai müsse in den Krankenhäusern eine neue Balance gefunden werden, die schrittweise auch wegen der Pandemie aufgeschobene Behandlungen und Operationen zulasse. 

Coronavirus Dänemark Wiedereröffnung der Schulen (Foto: Imago Images/Ritzau Scanpix/O.S. Gestsson)

Unterricht mit Abstand: Seit dem 15. April findet in Dänemark wieder Unterricht statt (Archivbild)

7.29 Uhr – Dänemark lockert seine Alltagsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus weiter. Ab Montag dürfen einige Kleinunternehmen wie Friseure, Kosmetiksalons und Fahrschulen wieder öffnen, wie die Regierung mitteilt. Erst am Mittwoch waren Kindertagesstätten sowie Schulen bis zur fünften Klasse wieder geöffnet worden. “Niemand will Dänemark einen Tag länger als unbedingt nötig geschlossen halten”, erklärte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf Facebook. “Aber wir dürfen nicht schneller voranschreiten, als wir die Epidemie unter Kontrolle halten können.”

6.47 Uhr – In Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Infektionsfälle mit SARS-Cov-2 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) um 3380 auf 133.830 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus legte binnen 24 Stunden um 299 auf 3868 zu. Rund 81.800 Menschen sind demnach genesen, das sind rund 4700 mehr als am Vortag. Damit sind mehr Menschen wieder genesen, als sich angesteckt haben, wie das RKI auf seiner Internet-Seite mitteilt.

6.42 Uhr – In der chinesischen Stadt Wuhan sind mehr Einwohner durch das Corona-Virus gestorben als bisher angenommen. Wie die örtlichen Behörden berichteten, sind doch noch weitere 1290 Menschen in Folge der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896. Sie wurde somit um 50 Prozent nach oben korrigiert. Bislang waren nur 2579 Tote berichtet worden. Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3342 Toten in China wurde noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren.

4.15 Uhr – Wenige Tage vor Beginn des Fastenmonats Ramadan hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, um Verständnis für die strengen Auflagen in der Corona-Krise geworben. Gesundheitsschutz und der Schutz von Menschenleben in dieser Pandemie hätten für gläubige Muslime die allerhöchste Priorität. “So schwer es uns fällt, unsere Moscheen im heiligen Monat Ramadan weiter geschlossen zu halten, so ist es unsere religiöse und bürgerliche Verantwortung, in der aktuellen Phase genau das zu tun”, sagte Mazyek der Deutschen Presse-Agentur. Vertreter der christlichen Kirchen sowie von Juden und Muslimen wollen heute ein Gespräch mit dem Staatssekretär im Innenministerium, Markus Kerber, führen. Vor allem die katholische Kirche drängt auf Lockerungen. Sie kündigte an, konkrete Vorschläge vorzulegen, wie Gottesdienste unter Einhaltung der Abstandsregeln und der Hygienestandards möglich sein könnten.

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4.11 Uhr – Wegen der Corona-Krise ist die chinesische Wirtschaft zu Jahresbeginn massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent, teilte das nationale Statistikbüro mit. Es war das erste Minus seit 1992. Damals hatte China damit begonnen, vierteljährlich Daten zur Wirtschaftsleistung zu dokumentieren. 

0.40 Uhr – Bulgariens Gesundheitsminister Kiril Ananiew hat die Hauptstadt Sofia mit Beginn der orthodoxen Osterfeiertage für den Straßenverkehr abriegeln lassen. Fahrzeuge dürfen seit dem heutigen Karfreitag die Stadt weder verlassen noch in sie hineinfahren. Die unbefristete Sperrung Sofias wurde offenbar notwendig, weil viele Bulgaren die Stadt am Mittwoch und Donnerstag mit dem Auto verlassen und in ihren obligatorischen Deklarationen falsche Angaben gemacht hatten. Der Chef des Corona-Krisenstabs, Wenzislaw Mutaftschijski, schloss wegen der schlechten Disziplin einiger Bulgaren strengere Einschränkungen nicht aus. In dem ärmsten EU-Land war die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen am Donnerstag sprunghaft auf 800 angestiegen. 38 infizierte Menschen starben. 

USA | Coronavirus | US-Präsident Donald Trump (Reuters/L. Millis)

Überlässt den konkreten Zeitplan den Bundesstaaten selbst: US-Präsident Donald Trump

0.33 Uhr – In einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz um 18 Uhr Ortszeit hat US-Präsident Donald Trump eine Lockerung der Corona-Beschränkungen in den USA in drei Etappen angekündigt. Die Rücknahme der Regelungen müsse “vorsichtig” Schritt für Schritt und “Bundesstaat für Bundesstaat” erfolgen. Während Trump noch vor wenigen Tagen erklärt hatte, er habe in dieser Frage “absolute Machtbefugnisse”, billigte er den Gouverneuren nun zu, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie – je nach Verlauf der Seuche – zu lockern oder fortbestehen zu lassen. Einen genauen Zeitrahmen für den “Open Up America Again” genannten Plan gab der Präsident nicht vor. 

djo/sam (afp, dpa, rtr)




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