CSD in Zeiten von Corona und Homophobie | Aktuell Deutschland | DW

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Ausgelassen und bunt verkleidet feiern in Berlin-Mitte Tausende Menschen den Christopher Street Day. Trotz Alkoholverbots und strenger Sicherheitsauflagen wegen der Corona-Pandemie tanzen die Menschen zu Techno-Bässen von mehreren Lastwagen und demonstrieren für die Rechte von Homosexuellen.

Mund-Nasen-Schutz in Regenbogenfarben

Immer wieder riefen die Organisatoren des 43. Christopher Street Day in der Bundeshauptstadt über Lautsprecher dazu auf, die Maskenpflicht sowie Abstände einzuhalten. Auch die Polizei machte die Teilnehmenden unter anderem über Twitter auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam. Viele der Feiernden trugen Mund-Nasen-Schutz in Regenbogenfarben. “Durch die Pandemie wird die diesjährige Demonstration ihren Fokus auf eine nahezu reine Demo mit Protestzug-Charakter legen”, hatten die Veranstalter zuvor angekündigt.

Die Polizei zählte insgesamt rund 20.000 Teilnehmende

Die Polizei zählte insgesamt rund 20.000 Teilnehmende

Die Partystimmung ließen sich die Demonstranten davon indes nicht austreiben. Aber auch Plakate hatten sie dabei, darauf stand etwa “Free Britney” (zu einem Foto der US-Sängerin Britney Spears) oder “Allah loves Equality”. Spears (39) kämpft derzeit vor Gericht für ein Ende der jahrelangen Vormundschaft durch ihren Vater. 

Keine Party-Trucks

Die Pride-Demonstration setzte sich in der Leipziger Straße in Bewegung und zog zunächst in Richtung Potsdamer Platz. Die Route ging dann vorbei am Brandenburger Tor in Richtung Siegessäule und endete an der Urania in Berlin-Schöneberg. Die Polizei zählte rund 20.000 Teilnehmende. Im Gegensatz zur Vor-Corona-Zeit gab es keine Party-Trucks. Am Straßenrand wurde der Zug von Tausenden Schaulustigen verfolgt.

Auch das Schicksal von US-Sängerin Britney Spears war ein Thema beim CSD in Berlin

Auch das Schicksal von US-Sängerin Britney Spears war ein Thema beim CSD in Berlin

Die Demonstration stand unter der Überschrift “Save our community – save your pride”. Zu den konkreten Forderungen der Demonstrierenden zählten der Abbau von Diskriminierung im Arbeitsleben, eine konsequentere Verfolgung von Straftaten gegen queere Menschen und die Berücksichtigung anderer Lebensweisen in Lehrmaterialien.

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Müller: Homophobes Denken und Handeln auch in Berlin

Unter den Teilnehmen war auch Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke). Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte zuvor zur Solidarität mit verfolgten Schwulen, Lesben und Transgendern aufgerufen. Zwar sei das heutige Berlin “weltoffen und liberal”, jedoch sei auch in der “Regenbogenhauptstadt Europas” homophobes Denken und Handeln ein Problem, erklärte Müller. “Dem müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen.”

Eine forscher Vorschlag der Berliner Pride-Demonstranten zum Thema homophobes Denken und Handeln

Eine forscher Vorschlag der Berliner Pride-Demonstranten zum Thema homophobes Denken und Handeln

In vielen anderen Ländern weltweit sei die Situation für die LGBT-Community deutlich schwieriger als hierzulande, selbst in Europa, fuhr Müller fort. Daher müsse auch an diejenigen Menschen gedacht werden, die bei ihrem Engagement für Gleichstellung und Respekt “in Kauf nehmen müssen, ausgegrenzt, verfolgt oder inhaftiert zu werden”.

Die CSD-Parade geht auf die Ereignisse Ende Juni 1969 in New York zurück: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Homosexuellen-Bar “Stonewall Inn” in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen aus.

sti/qu (afp, dpa, epd)




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