Dänemark grenzt nun an Kanada | Aktuell Europa | DW

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Die NATO-Partner Kanada und Dänemark haben einen jahrzehntelang mit wenig Ernsthaftigkeit ausgefochtenen diplomatischen Streit um eine winzige, abgelegene und unbewohnbare Arktis-Insel beigelegt. Die zwischen Ellesmere und Grönland gelegene Hans-Insel, die man bei einem Grenzabkommen 1973 außen vor gelassen hatte, wird nun geteilt. Dadurch entsteht die erste Landgrenze zwischen Kanada und der Europäischen Union.

Die Hans-Insel im hohen Norden zwischen Kanada und Grönland habe im vergangenen halben Jahrhundert 26 kanadische Außenministerinnen und Außenminister beschäftigt, sagte Kanadas Chefdiplomatin Mélanie Joly bei einer Zeremonie in Ottawa zusammen mit dem dänischen Außenminister Jeppe Kofod und dem grönländischen Premierminister Múte B. Egede. „Ich glaube, es war der freundlichste aller Kriege“, sagte Joly, „und jetzt haben wir eine Grenze zur Europäischen Union“.

Eine Flasche Ahornwhiskey aus Québec und ein handgeschriebener Brief von Kanadas Außenministerin Mélanie Joly an den Außenminister des Königreichs Dänemark, Jeppe Kofod, besiegelt die kanadisch-dänische Übereinkunft

Eine Flasche Ahornwhiskey aus Québec und ein handgeschriebener Brief von Kanadas Außenministerin Mélanie Joly an den Außenminister des Königreichs Dänemark, Jeppe Kofod, besiegelt die kanadisch-dänische Übereinkunft

Dass beide Länder den kargen Felsen ohne bekannte Rohstoffe als ihr Eigentum beanspruchten, führte einige Jahre lang zu einem kuriosen Ritual: Bei jeder Expedition auf die 1,3 Quadratkilometer kleine Insel etwa 1100 Kilometer südlich des Nordpols wurde die Flagge des jeweils anderen Landes entfernt und die eigene gehisst. Zugleich ließ man dem anderen eine Flasche mit landestypischem Schnaps da: Der „Whisky-Krieg“ war geboren.

Dies ist - unverkennbar - eine dänische Delegation, die ihre Flagge auf der Hans-Insel gehisst hat. Die Schnapsflasche wurde am Fuße des Flaggenmasts vergraben.

Dies ist – unverkennbar – eine dänische Delegation, die ihre Flagge auf der Hans-Insel gehisst hat. Am Fuße des Flaggenmasts finden sich heute viele Überreste von Schnapsflaschen und anderen Botschaften

Angesichts von Russlands Angriffskrieg in der Ukraine betonte Außenministerin Joly die Bedeutung der friedlichen Einigung in einem Grenzstreit: „Wir wissen, dass wir diplomatisch zusammenarbeiten können, um Streitigkeiten auf der Grundlage von Regeln und Prinzipien beizulegen.“ Dänemarks Außenminister Kofod ergänzte: „Diplomatie und Rechtsstaatlichkeit funktionieren tatsächlich.“

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Nach der Unterzeichnung der Einigung tauschten die Diplomaten zwei Flaschen Schnaps aus. Die Arktisinsel Grönland gehört zum dänischen Königreich. Zwar verwaltet sie sich in weiten Teilen selbst, für Außen- und Verteidigungspolitik sind allerdings die Dänen zuständig.

rb/ww (AFP, AP, dpa, Reuters)




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