Der Fall Breonna Taylor: Polizisten bei Antirassismus-Protesten angeschossen | Aktuell Amerika | DW

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Bei Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky sind zwei Polizisten durch Schüsse verletzt worden. Die Verletzungen der Beamten seien nicht lebensgefährlich, teilte die örtliche Polizei mit. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Mehrere tausend Menschen hatten sich zusammengefunden – im Verlauf gab es Konfrontationen mit den Sicherheitskräften. Mehrere Personen wurden festgenommen, wie Fernsehberichte zeigten.

Empörung über Justizentscheidung im Fall Breonna Taylor

Die Empörung der Demonstranten war durch eine Entscheidung der Justiz von Kentucky ausgelöst worden, die auf eine Anklageerhebung gegen Polizisten wegen tödlicher Schüsse auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor verzichtet hatte. Demonstrationen gegen diese Haltung der Justiz fanden auch in zahlreichen anderen US-Städten statt, etwa in Boston, New York und Washington an der Ostküste, aber auch in Los Angeles an der Westküste.

USA Polizisten bei Breonna Taylor-Protesten angeschossen (Lawrence Bryant/Reuters)

Mehrere Menschen wurden bei den Protesten in Louisville festgenommen

Breonna Taylor war am 13. März von weißen Polizisten in ihrer eigenen Wohnung in Louisville erschossen worden. Kentuckys Generalstaatsanwalt Daniel Cameron erhob jetzt zwar Anklage gegen einen der beteiligten Polizisten – allerdings nicht wegen der tödlichen Schüsse auf die 26-jährige Rettungssanitäterin. Die Anklage gegen den angeschuldigten Polizisten bezieht sich vielmehr auf den Gebrauch der Schusswaffe in einer Wohnung neben der von Taylor – sie lautet auf fahrlässige Gefährdung des Lebens Anderer.

Staatsanwaltschaft sieht Fall von Notwehr

In dieser Wohnung hielten sich zum Zeitpunkt des nächtlichen Polizeieinsatzes drei Menschen auf. Sie blieben unverletzt. Die beiden anderen Beamten, die auf die 26-Jährige gefeuert hatten, bleiben hingegen von der Staatsanwaltschaft bislang unbehelligt. Staatsanwalt Cameron sagte, die beiden hätten in Notwehr und damit rechtmäßig gehandelt, nachdem Taylors Freund auf sie geschossen habe. Sie könnten deswegen nicht juristisch belangt werden.

USA BlackLivesMatter | Protest gegen den Tod von Breonna Taylor in Louisville (Reuters/B. Woolston)

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Bei den Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA wird auch immer wieder der Name von Breonna Taylor genannt

Die drei Beamten in Zivil hatten Taylors Wohnung bei einer Drogenrazzia gestürmt. Taylors Freund, der sich mit der 26-Jährigen in der Wohnung befand, glaubte nach eigenen Angaben an einen Überfall, gab mit seiner Waffe einen Schuss ab und verletzte einen Beamten. Die drei Polizisten erwiderten das Feuer.

Laut Generalstaatsanwalt Cameron wurde die neben ihrem Freund stehende Taylor von sechs Kugeln getroffen, von denen eine tödlich war. Ihr Freund blieb unverletzt.

George Floyd, Breonna Taylor …

In den USA finden seit Monaten landesweite Demonstrationen gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt statt. Sie waren durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ausgelöst worden. Während der Proteste wurden immer wieder auch Taylors Bild gezeigt und ihr Name genannt.

ml/ww (afp, ape)




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