Der Folterchef der Roten Khmer ist tot | Aktuell Asien | DW

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Der einstige Folterchef der Roten Khmer in Kambodscha, Kaing Guek Eav alias “Duch”, ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus der Hauptstadt Phnom Penh. Die genaue Todesursache wurde nicht bekannt.

“Duch” verbüßte eine lebenslange Haftstrafe. Er war 2010 von einem von den Vereinten Nationen (UN) unterstützten Kriegsverbrechertribunal in Phnom Penh zunächst zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In einem Berufungsverfahren wurde daraus dann 2012 eine lebenslängliche Haftstrafe.

Das frühere Foltergefängnis Tuol Sleng in Phnom Penh ist heute Museum und Gedenkstätte (Foto: DW)

Das frühere Foltergefängnis Tuol Sleng in Phnom Penh ist heute Museum und Gedenkstätte

Der frühere Mathematiklehrer war unter der Schreckensherrschaft der maoistischen Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 Leiter des berüchtigten Gefängnisses Tuol Sleng in Phnom Penh. In der Anstalt mit der offiziellen Bezeichnung “S 21” wurden bis zu 15.000 Menschen gefoltert und auf einem nahe gelegenen “Killing Field” hingerichtet. In dem Gebäude  befindet sich heute ein Genozid-Museum.

Unter der Herrschaft der Roten Khmer wurden in Kambodscha insgesamt zwei Millionen Menschen durch Zwangsarbeit, Hungersnöte und Hinrichtungen getötet, ein Viertel der Bevölkerung. Die oft als Steinzeitkommunisten titulierten Khmer wollten eine reine Agrargesellschaft schaffen und zwangen dafür die Stadtbevölkerung zum Umzug aufs Land. Sie schafften Geld und Religion ab und sagten den Intellektuellen den Kampf an. Der Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998 in Haft.

Das vermutlich von einem Häftling gemalte Bild lässt die Schreckensherrschaft der Roten Kkmer erahnen (Foto: DW)

Das vermutlich von einem Häftling gemalte Bild lässt die Schreckensherrschaft der Roten Kkmer erahnen

“Duch” war erst 1999 von dem irischen Fotografen Nic Dunlop aufgespürt worden. Nach seiner Festnahme sagte er: “Es tut mir leid, was damals passiert ist. Jetzt muss Gott über meine Zukunft entscheiden.” Er sei vom Buddhismus zum Christentum übergetreten und habe als methodistischer Pastor gearbeitet, weil er sicherstellen wolle, dass für seine Kinder gesorgt werde.

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sti/se (afp, dpa, kna)




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