Deutsche Hilfe erreicht Indien | Aktuell Asien | DW

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Ein Flugzeug der Luftwaffe hat Hilfsmaterial aus Deutschland in das derzeit schwer von der Pandemie getroffene Indien gebracht. An Bord der Maschine, die sonst auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mitglieder der Regierung fliegt, befanden sich 120 Beatmungsgeräte sowie 13 Sanitätssoldatinnen und Sanitätssoldaten. Sie traf am Samstagabend in der Hauptstadt Neu Delhi an, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte. Der deutsche Botschafter in Indien, Walter J. Lindner, dokumentierte die Ankunft auf Twitter und kommentierte: “Together we win!”

Lindner äußerte sich zugleich aber sehr besorgt. “Die Lage ist schrecklich und deprimierend”, sagte Lindner im ZDF. “Die Leute ersticken zum Teil in den Autos, weil sie vom einen Krankenhaus zum nächsten fahren. Die ersticken in der Wartereihe, um auf Sauerstoff zu warten. Das ist alles schrecklichst, was wir draußen erleben.” Die aktuelle Situation sei ein “Riesenschlag” für das Land.

Den Krankenhäusern in Indien geht wegen der steigenden Zahl an Corona-Patienten der medizinische Sauerstoff aus. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sollen eine mobile Sauerstoffgewinnungsanlage in Indien aufbauen, Personal des örtlichen Roten Kreuzes einweisen und dazu 14 Tage im Land bleiben, sagte ein Luftwaffensprecher. Die sehr große Sauerstoffgewinnungsanlage soll am Mittwoch und Donnerstag mit zwei Transportflugzeugen geliefert werden.

Außenluft zu Sauerstoff

Die Anlage macht Außenluft zu medizinischem, hochprozentigem Sauerstoff, der anschließend abgefüllt werden kann. Die gewöhnliche Atemluft bestehe zu 78 Prozent aus Stickstoff, zu 21 Prozent aus Sauerstoff und zum Rest aus Kohlendioxid und Edelgasen, heißt es auf der Internetseite der Bundeswehr zur Anlage. Die Anlage könne eine Sauerstoffkonzentration von rund 93 Prozent erreichen.

Zuletzt wurden in Indien mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen  innerhalb von 24 Stunden registriert – ein weltweiter Höchstwert in dem riesigen Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern. Die Krankenhäuser sind überlastet, sie müssen immer wieder Kranke abweisen. Angehörige suchen selbst verzweifelt Sauerstoffflaschen. Inzwischen haben nach indischen Angaben mehr als 40 Länder Hilfslieferungen zugesichert.

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ml/haz/ww (dpa, ARD)




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