Deutschland beklagt 80 Hochwasser-Tote | Aktuell Deutschland | DW

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Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Toten. Nach jüngsten Behördenangaben starben mindestens 80 Menschen, die Helfer befürchten einen weiteren Anstieg der Opferzahlen. Gefahr geht unter anderem von Talsperren in der Region aus, die überlaufen oder zu brechen drohen. „Die Lage ist nach wie vor dramatisch“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Trier. Aktuell seien allein in Rheinland-Pfalz über 50 Menschen  ums Leben gekommen.

„Dass so viele Menschen sterben bei dieser Katastrophe, das ist wirklich ganz furchtbar.“ Die Rettung der Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen sei zudem schwierig, da der Zugang kaum möglich ist. „Das alles ist eine große, große Herausforderung für unsere Einsatzkräfte, die rund um die Uhr arbeiten“, betonte die SPD-Politikerin.

„Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde“ sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, sagte Dreyer. Sie dankte dem angereisten Vizekanzler Olaf Scholz „für das starke Signal der Solidarität“. „Die Schäden in den Kommunen sind immens“, fügte die Ministerpräsidentin hinzu. „Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite.“

Kein Handy-Netz in vielen Orten

In den Hochwassergebieten werden unterdessen immer noch Menschen vermisst. Wegen des teilweise lahmgelegten Mobilfunknetzes ist unklar, wie viele von ihnen sich retten konnten. Zahlreiche Menschen flüchteten vor den Fluten auf die Dächer ihrer Häuser. Die Polizei setzte Hubschrauber ein, um die Menschen an Seilwinden von den Dächern zu retten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 15.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Bundeswehr vor Ort. 

Unwetter in Belgien

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Neben der Region Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz ist auch die Region rund um das nordrhein-westfälischen Erftstadt südlich von Köln sowie das Gebiet rund um Euskirchen besonders betroffen. Auch dort stürzten mehrere Häuser ein. Sie wurden unterspült und brachen ein. Mehrere Menschen kamen dort ums Leben, wie viele genau, ist noch nicht geklärt. Nach Angaben der Kölner Bezirksregierung gibt es in der Region immer wieder Notrufe, da Personen trotz Warnung ins Schadensgebiet zurückkehrten oder es gar nicht verlassen hatten.

Grund für die schwerste Unwetterkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten ist ein Tiefdruckgebiet, das seit Tagen über dem Westen Deutschlands festhängt. Auch das benachbarte Belgien wurde schwer von den Unwettern getroffen. Dort kamen mindestens neun Menschen ums Leben.

165.000 ohne Strom

Der wirtschaftliche Schaden des Unwetters lässt sich noch nicht beziffern. Da Straßen, Brücken, Häuser und auch Bahnlinien betroffen sind, dürften auch die wirtschaftlichen Auswirkungen massiv sein. Infolge der Unwetterkatastrophe sind derzeit rund 165.000 Menschen ohne Strom. Weil die starken Regenfälle den Pegel der Flüsse stark ansteigen und den Boden aufweichen ließen, wurden Ortsnetzstationen und Umspannwerke überflutet. Aus Sicherheitsgründen mussten die Anlagen abgeschaltet werden.

USA I Angela Merkel und Joe Biden in Washington

US-Präsident Biden kondoliert Kanzlerin Merkel angesichts der Hochwasserkatastrophe in Deutschland

Die schweren Unwetter waren auch Thema beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den USA . Präsident Joe Biden sagte:  „Es ist eine Tragödie und unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben“. Merkel betonte, das Ausmaß der Tragödie sei noch unüberschaubar, das Leid der Betroffenen gehe ihr sehr nahe. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu „Todesfallen“ geworden seien.

haz/jj/rb (afp, dpa, rtr, kna)




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