Deutschland beklagt bisher 80 Hochwasser-Tote | Aktuell Deutschland | DW

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Die ersten Worte des US-Präsidenten auf der Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin galten den Opfern der Flutkatastrophe in Deutschland. “Es ist eine Tragödie und unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben”, sagte Joe Biden nach seinem Gespräch mit Angela Merkel im Weißen Haus.

Die Kanzlerin blickte in ihrer Stellungnahme ebenfalls zunächst in die Heimat. Das Ausmaß der Tragödie sei noch unüberschaubar, sagte Merkel, und das Leid der Betroffenen gehe ihr sehr nahe. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu “Todesfallen” geworden seien.

USA I Angela Merkel und Joe Biden in Washington

US-Präsident Biden kondoliert Kanzlerin Merkel angesichts der Hochwasserkatastrophe in Deutschland

“Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht”, versprach die CDU-Politikerin, die auch auf die Hochwasserlage in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden hinwies.

Flaggen auf Halbmast

Im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz hängen an diesem Freitag die Flaggen vor öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD bezeichnete die Schäden der Katastrophe als “beispiellos”. Viele Menschen hätten alles verloren und leider steige auch die Zahl der Toten. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz starben allein in Rheinland-Pfalz mindestens 50 Menschen.

“Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde” sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, sagte Dreyer. Sie dankte dem angereisten Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz “für das starke Signal der Solidarität”. “Die Schäden in den Kommunen sind immens”, fügte die Ministerpräsidentin hinzu. “Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite.”

“Mehr Klimaschutz”

Die Sozialdemokraten setzen in der Hochwasser-Katastrophe auf konzentriertes Krisenmanagement und rasche Hilfe. “Jetzt gilt es, alle Anstrengungen zu bündeln, um Menschleben zu retten und noch größere Schäden zu verhindern”, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans.

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Der Kanzlerkandidat der Unionsparteien CDU und CSU, Armin Laschet, forderte als Konsequenz aus der Katastrophe eine schnellere Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Die Häufung von Starkregen- und Hitzeepisoden sei “verbunden mit dem Klimawandel”, sagte der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. “Das bedeutet, dass wir bei den Maßnahmen zum Klimaschutz mehr Tempo brauchen – europäisch, bundesweit, weltweit.”

Kein Handy-Netz in vielen Orten

In den Hochwassergebieten werden unterdessen immer noch Menschen vermisst. Wegen des teilweise lahmgelegten Mobilfunknetzes ist unklar, wie viele von ihnen sich retten konnten. Die Zahl der Toten liegt aktuell bei 80. Die Behörden rechnen aber mit noch weiter steigenden Zahlen. Grund für die schwerste Unwetterkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten ist ein Tiefdruckgebiet, das seit Tagen über dem Westen Deutschlands festhängt.

Zahlreiche Menschen flüchteten vor den Fluten auf die Dächer ihrer Häuser. Die Polizei setzte Hubschrauber ein, um die Menschen an Seilwinden von den Dächern zu retten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 15.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Bundeswehr vor Ort. 

Unwetter in Belgien

In Liege in Belgien trat die Maas über die Ufer und riss Autos mit sich

Neben der Region Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz ist auch die Region rund um das nordrhein-westfälischen Erftstadt südlich von Köln besonders betroffen. Auch dort stürzten mehrere Häuser ein. Sie wurden unterspült und brachen ein. Nach Angaben der Kölner Bezirksregierung gibt es in der Region immer wieder Notrufe, da Personen trotz Warnung ins Schadensgebiet zurückkehrten oder es gar nicht verlassen hatten.

Auch das benachbarte Belgien wurde schwer von den Unwettern getroffen. Dort kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Der wirtschaftliche Schaden des Unwetters lässt sich noch nicht beziffern. Da Straßen, Brücken, Häuser und auch Bahnlinien betroffen sind, dürften auch die wirtschaftlichen Auswirkungen massiv sein. 

rb/haz/jj (afp, dpa, rtr, kna)




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